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Chlodosinda : Trauerspiel in fünf Akten und einem Vorakt
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Auch ich ward als ein Werkzeug auserseh'n,

Doch da man merkt, daß es unbrauchbar ist,

So möchte man es gern beseitigt wissen.

Seht, gestern nahte mir ein armes Weib,

Ein bildschön Kind an abgehärmter Brust,

Das seine kleinen trauten KinderarmeMir, selig lächelnd, sroh entgegen streckte.

Ich zog es an mich, wollt' es glücklich machenUnd seine Mutter aus dem Elend reißen.

Schon hatte ich den Dankesblick empfangen,

— Den schönsten Lohn für ein empfindend Herz, —Da ruft ein altes Weib: „Gott sei bei uns!

Das ist die Königin, die arge Here!

Sie gibt nur Höllentrank dem armen Wurm!"Entsetzen in den abgezehrten Zügen,

Entreißt die Mutter mir das bleiche Kind,

Wirst weg das Gold, das ihr „der Teufel" gab,Und flieht mit angsterfülltein Blick von dannen. —Und so ist's immer, wenn ich diesem VolkMich nahen will, um Segen ihm zu spende».

Sein Fühlen, Handeln wird durch Euch bestimmt.Und jener hohe, reine Menschensinn.

Der ein Geschenk des großen Gottes ist,

Ihr fesselt ihn, entwürdigt ihn zum Thiere.(Mcator sieht sie unverwandt an, der Erzbischof will sieunwillig unterbrechen, Ehlodosinda wehrt ihn jedoch initWürde und Hoheit ab.s

Nein, unterbrecht mich nicht, Hochwürd'ger Herr!Nur einmal laßt als Königin mich sprechen,

Nur einmal gönnet mir das Hochgefühl,

Von Centncrlast die Seele zu befreien:

Gebt frei das Volk, löst jene schweren Bande,

Die jede Denkkraft, jede Wahrheit tödten,

Führt es zurück zum reinen Gottesglauben,

Zu jener wunderbaren lautern Liebe,

Die Euer Heiland Jesu Euch gelehrt.

Ja Liebe, Liebe weckt in allen Herzen,

Laßt Aberglauben, Hüll und Teufel fliehen,