96
Abuhar
Ich halte stets, was ich versprochen habe.
Nach heimathlicher Sitte unsres VolkesSoll sie der Erde übergeben werden.
Chlodosinda
Der Todten weihe heiliges Erinnern,
Doch Deine That gehört den Lebenden.
Der König zieht in's Feld, begleite ihn!
Dort such' Dir Ruhm, entsage Deiner Rache.
Abuhar.
Ich soll für Tulga kämpfen? Nimmermehr!
Chlodosinda.
Auch nicht, wenn ich Dich bitte, Abuhar?
Wenn ich Dich bitte bei dem theuren Haupte,
Das Beiden uns so lieb und heilig ist? —(Abuhar steht schweigend im innern Kampfe mit sich da.)Kämpfst Du für Tulga, kämpfst Du für Dein Volk;Durch seine Stärke mehrt sich Eure Freiheit.
Abtthar.
Ich kann nicht, Herrin! ich vermag es nicht!
Chlodosinda
Wenn Abuhar an Tulga's Seite kämpft,
Ist meine Brust befreit von bangen Sorgen.
Abuhar.
Du solltest fürchten, denn —
Chlodosinda.
Dich fürcht' ich nicht.
Einmal hast Du auf ihn das Schwert gezückt,
Doch damals glaubtest Du, er sei mein Feind,Jetzt, da Du weißt, daß er mir Alles ist,
Halt' ich in Deiner Nähe ihn geborgen.
Als Held zu sterben, ist des Kriegers Stolz,(.gthnmnißvoll und halb leise.)