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Chlodosinda : Trauerspiel in fünf Akten und einem Vorakt
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Chlodosinda

(legt sanft die Hand auf seinen Mund.)

O still, geliebter Gatte, sprich nicht so!

Denn wisse, des Gefühles höchste KraftKann niemals sich in Worte ganz ergießen.Umfaßt es doch ein unbegrenztes Reich,

Das Reich der inneren Glückseligkeit,

Das wortlos öffnet seine goldnen Pforten.Bewahre Dir der Liebe Kraft für immer,

Dann bin ich ein beneidenswerthes Weib.

Tulga.

O süßes Herz! nenn' mich beneidenswerth.

Chlodosinda

Durch Lieb' allein kann es der Mann nie werden:Durch Ehre, Macht, durch unbeschränkten Willen,Durch edle Thaten, die die Nachwelt preist,

Erfüllt er des Berufes hohe Stellung.

Dann freilich darf in seines Ruhmes KranzDie Lieb' nicht fehlen, die veredelnd legtDie treue Hand an seines Glückes Rad.

Tulga (gedrückt.)

Und was Du nennst, ist es nicht all' mein Eigen?

Chlodosinda.

Schau' ehrlich mir in's Auge, theurer Freund,

Und sage „ja", wenn Du's als wahr erkannt.

(Tulga schweigt seufzend.)

Nein, mein Geliebter, ach! ich fühl' es tief.

Chlodo kennt jeden Lichtstrahl Deiner SeeleUnd sollte trübe Schatten nicht gewahren? —Freiheit allein beglückt den ächten Mann:

Bist Du ein Fürst, der frei zu handeln wagt? —Du nennst Dich König, doch Du bist es nicht!Tulga

(schaut sie scharf prüfend an.)

Glaubst Du, daß Spaniens Granden mich beherrschen ?