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Chlodosinda : Trauerspiel in fünf Akten und einem Vorakt
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(<rstc Nonne

Entsetzlich! Tretet doch zurück ihr Schwestern:

Ihr Äthein schon wirkt giftig auf unS ein.

Zweite Nonne.

Fürmahr, ich sah die Teufelshörncr dortAn ihrer Stirn erglüh'n. Seht Ihr sie nicht?

<<hlvdosindn

(sieht die Nonnen mit überlegenem ruhigen Blick an.)

Dritte Nonne.

O heilige Maria, welch ein Blick!

Chlodosindn.

Es ist genug, daS Maaß ist übervoll!

Ihr nennt Euch Tulgas Mutter, eS mag sein,Blut mag er sein von Eurem Blute,

Doch nimmer Eurem Geiste gleich geartetIst sein erhab'ner edler Sinn. Gleichviel,

Wer Ihr auch seid, und wär't Ihr HerrscherinVon allen Neichen dieser weiten Welt,

Für mich seid Ihr ein Weib, das krankend nurEin Mitgeschöpf auf dieser schönen Erde,

Das nimmer etwas Euch zu Leid s gethan,Gebrandmarkt hat mit der Verachtung Wort.

Zeigt mir doch ein Gebot in Christi Lehre,

Der Ihr ja anhängt, das Euch dies gestattet.

Ich ehr' ihn nicht als Gottes Sohn, wie Ihr.Denn Gott ist Eins, unfaßbar und untrennbar,

Ob unter'm mächtig großen Sternenhimmel,

Ob bei dem Rauschen niederen Gesträuchs.

Ihr aber, die sich eine Christin nennt,

Ihr tretet seine göttlich schönen Lehren

Durch Wort und That verächtlich mit den Füßen.

(sehr bewegt.)

Ein einzig Wort, aus mütterlicher SorgeEntstammend für des Sohnes Wohlergehn,

Es hätte seine Wirkung nicht verfehlt.