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sie aus, „warum kehrst Du nicht nach Hause zurück? Wo bist Du den ganzen Mor-gen gewesen?" — Paul weinte und vermochte nicht zu antworten. Da trat einBeamter zu ihnen und sagte: „Madame, der junge Herr wollte ein Billet nach derSchweiz. Das ist aber kein bestimmtes Ziel, und zudem reicht auch seine Baarschaftnicht hin." —Bei dieser Mittheilung bekam die brave Tante einen neuen Schrecken;sie dankte dem Beamten, nahm den Paul bei der Hand und eilte mit ihm nachHause. Nun gab es aber eine ernste Strafpredigt, so lieb sie auch sonst den Jungenhatte. „Nein!" sagte sie, „für so leichtsinnig habe ich Dich nicht gehalten. Washätte aus Dir werden sollen, wenn man Dir ein Billet verabreicht hätte! Und denkstDu nicht an Deine Tante, die Dich so lieb hat und Dich immer in Schutz genommen?Wenn ich Dich nicht wiedergefunden, mein Junge, ich glaube, ich wäre vor Angstgestorben." Paul schmiegte sich an sie und bat um Verzeihung. Seine Thränensiegten endlich, und Helene sprach: „Nun, wir wollen sehen, was der Director sagt.Er soll Dich prüfen. Bestehst Du, so fahren wir schon in den nächsten Tagen ab.Deinen Eltern zu. Sie befinden sich jetzt in Luzern. Paul jubelte hoch auf, undalle seine Traurigkeit war plötzlich verschwunden.
Noch an demselben Nachmittage ging die Tante mit Paul zum Herrn Director,erzählte ihm Alles und bat ihn. den Knaben zu prüfen. Der Director gewährte dieBitte und sprach auch seine Zufriedenheit aus und bemerkte, daß bei der Nach-prüfung auch wohl der betreffende Klaffenlehrer zufrieden sein würde. Nach derRückkehr sandte Helene sogleich ein Telegramm an ihren Bruder und meldete, daß siemit Paul Nachkommen würde. Die Reise ging dann auch ohne Unfall vor sich, undReinhard war ihnen entgegen gereist, um sie in Basel abzuholen. Das Wiedersehenin Luzern war überaus freudig. Vater und Mutter, wie auch die Geschwister freutensich, daß Paul und die Tante nun bei ihnen waren. Jetzt wurden alle Tage Aus-flüge, bald zu Fuß, bald auf einem Schiffe gemacht; denn Luzern liegt an demSee gleichen Namens. Paul war ganz entzückt und meinte, „hier wollen wir wohnenbleiben!" — «Paul, Paul!" sagte der Bater, „verfalle nicht wieder in Deinen altenFehler!" Nun machten sie eines Tages eine Luftfahrt in einem Kahn. Tante Helenewar nicht zu bewegen, mitzufahren; die Fahrt schien ihr gefährlich. Man war beimherrlichsten Wetter ausgefahren und ahnte nicht, was bevorstand. Der Schifferwurde auf einmal sehr ernst und sagte: „Herr, wir müssen zurück; denn wir habenSturm zu erwarten." Die Schiffer kennen diese Zeichen an den Wolken. „Nun,"sagte Reinhard, „wenn Sie es für nöthig halten, fahren wir zurück!" — Der vor-hergesagte Sturm stellte sich aber früher ein, als selbst der Schiffer erwartet hatte.Nur seiner kräftigen Führung des Kahns war's zu danken, daß sie das Land er-reichten; aber ganz durchnäßt von den Wellen und halbtodt vor Schrecken undAngst. Hatte früher Paul den Stand eines Schiffers glücklich gepriesen, jetzt sah erein, daß auch dieser Stand ein ganz schwerer Beruf sei. Doch erzählen wir's kurz!Nach Ablauf der F rien lehrte die ganze Familie glücklich in die Heimath zurück.Paul war und blieb fleißig und wurde ein geschickter Rechtsanwalt, der mit seinemBeruf zufrieden war.