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(Eine Hofgeschichte.)
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n der Residenz des Herzogs von S. herrschte fröhliches Leben und Treiben.
Nicht nur das Schloß zeigte prächtigen Flaggenschmuck, sondern auch viele^ Privathäuser. Der kleine Erbprinz Wilhelm feierte seinen Geburtstag.Obgleich der Knabe erst das achte Jahr erreicht, so schien der herzoglichen Familieder Tag doch wichtig genug, um ihn durch eine kleine Festlichkeit zu begehen, weilPrinz Wilhelm der einzige Sohn und also der Erbe des Herzogthums war. Anprächtigen Geschenken fehlte es nicht. Besonders aber gefiel ihm der kleine Wagenmit den beiden Ponypferdchen. In Begleitung seines Gouverneurs, des Majorsvon Falkenstein, von der Besichtigung des Wagens und der Ponys in sein Zimmerzurückgekehrt, wurden nunmehr alle übrigen Geschenke durchmustert. Da ertönte aufeinmal lustige Militärmusik. Es war die Wachtparade, welche heute in schönsterUniform vorbei zog. „Hoheit," mahnte der Major, „wollen auf den Balkon hinaus-treten, um die Wachtparade zu sehen und zu begrüßen." — „Ach, was! Wachtparade!"sagte der kleine Prinz, „die sehe ich alle Tage; ich will meine Geschenke besehen." —„Hoheit, ich bitte, mir zu folgen! Der Herr Papa hat's so angeordnet I" — „Na,meinetwegen!" Mit diesen Worten trat der Erbprinz auf den Balkon, grüßte dievorbeiziehende Parade freundlich und eilte dann in sein Gemach zurück, wo er sichwieder mit seinen Geburtstagsgeschenken beschäftigte. Endlich verlangte er seinenWagen zu probiren. Der Major bemerkte ihm aber, daß dies heute nicht geschehenkönne, weil noch hoher Besuch zu erwarten sei und am Abend ein Kinderball zurFeier seines Geburtstages statlfinden würde. „Und darum kann ich doch ausfahren!"entgegnete der Prinz und stampfte mit dem Fuße. — „Hoheit!" rief der Majorsehr ernst, „ich ersuche Sie, sich zu mäßigen und sich der Anordnung Ihres HerrnVaters zu fügen!" —
Der Besuch brachte allerdings ewige Zerstreuung; dennoch schien dem unge-duldigen Prinzen der Nachmittag nicht chsden zu wollen. Endlich kam der Abendund mit ihm der verheißene Kinderball. Zn Begleitung des Majors trat der Prinz