Die erste Landeskasse. roz
Das Hanptunglück aber hat man der gleich unter Lu«dewig dem Frommen eingctretenen Veränderung in demKriegesstaat zu danken. Alle Kayser hatten zwar vor ihmschon einige Liebe und besonders Getreue in ihrem Gefolge un-terhalten ; auch mochten verschiedene große Reiche beamtendergleichen in ihrem Dienste gehabt haben. Man hatte aberdoch immer, wenn es zum Kriege kam, den hofgesessenenMann, oder den fetzt sogenannten Arrierbann anfgebolcn.Jetzt fieng aber der Kayser, und nach dessen Beyspiel auchmancher mächtiger Fürst schon an, die Zahl seiner liebenGetreuen zu vermehren, und damit zu Felde zu ziehen. Esgieng damit eben wie mit unserer heutigen Militz; da einFürst, der vor zweyhuudert Jahren bloS eine Leibgardevon fünfzig Mann hatte, fetzt fünftausend hält. Ein an-deres Unglück war dieses, daß der liebe Getreue, so we-nig als fetzt der Soldat, dem Hofgesessenen zu Kampfe ste-hen wollie; und so mit dieser zum Kriege nicht mehr wievorhin aufgeboten werden durfte.
Wie also der Krieg oder die Fehde blos mit ausgeson-derten geübten und bald einen eignen Stand ausmachendenMännern geführet werden maste, trat auch nothwendigeine Löhnung ein; und der Bischof, der sich von seinenNachbarn oder von einem kayserlichen Grafen und Haupt:mann nicht beeinträchtigen lassen wollte, mnste ebenfallseinige Getreue anwerben, und auf ihre Dezablmig denken.Wo er konnte, wandte er sich billig zuerst an den Kasten-vogt, der als Rcichsbauptmann schon für sich ein angesehe-ner Mann war, und ihm, wenn es nicht gegen den Kay>ser und das Reich gieng, mit Freuden diente, aber —sich auch sogleich eine Anweisung auf seinen Kasten gebenließ, und sonach sich selbst bezahlt machte.
War die Notb, worinn der Bischof war, groß: soreichte das bischöfliche Viertel zur Löhnung nicht hin; der
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