io4 Die erste Landesüisse.
Pfarrer, der die Gefahr des Bischöfen billig mit ihm thcikte,muste sein Viertel wohl auch hergebe»; die Kirche mogteverfallen, die Armen hungern, die Pilgrimme zu Häuftbleiben; die gememe Gefahr forderte und rechtfertigte al-lenfalls auch noch die Ausgabe der übrigen beyden Viertelin der Zehntkasse. Wie mit der Zeit der Kastenvogt wie-derum andere Getreue zu seinen und des Bischofes Dien-sten annahm, überwieß er diesen, um kurz davon zu koin-nien, einen Theil der Zehnten bey den Pflichtigen; undweil man die Geworbenen aus allerhand Ursachen auch irrFriedenszeiten nicht wieder abdankt: so behielt jeder seineihm aus der Zehntkasse angewiesene Löhnung in Hän-den ; ließ ste für geleistete und zu leistende Dienste seine»Nachfolgern, bis endlich diese grosse Staatskasse zu nichtsweiter hinreichte, der Bischof, so wie jetzt mancher Reichs-fürst bey den vielen Soldaten sich einschränken, der Pfar-rer sich an die Accidentien halten, und das Kirchspiel seineKirche und Armen auf andre Weise unterhalten muste.
In dem ersten Taumel, vielleicht auch in der grossenGefahr, worinn die grausamen Normanner fast ganz Sr,ropa, nnd besonders auch den untern Theil von Deutsch-land setzten, fühlte man bey der Freude der Rettung, dengrossen Verlust nicht, dachte auch vielleicht nicht daran,daß die Dienstleute sich in eine beständige Militz verwan-deln würden. Wenn man die benachbarten Kirchen bren-nen sieht: so ist man froh, die seinige mit Aufopferungeines Theils der Einnahme erhalten zu haben. Wie aberdie Gefahr ailmählig vorüber war, erwachte» Pabst, Bi-schöfe, Pfarrer und Kirche, und suchten ihr Heiligthum ausdieser entsetzlichen Unordnung zu retten; aber vergebens.Die Sache war zu verwickelt; das Recht derjenigen, welcheihre Löhnung verdient hatten, zu stark; ihre plötzliche Abdan-kung nicht möglich; andrer Rath sie zu befriedigen nicht
vor-