Druckschrift 
3 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
Seite
98
Einzelbild herunterladen
 

98 Die erste Landeskasse.

die einzelnen Kassen werden solchergestalt immer nur eineeinzige idealische Hauplkasse ausmachen. Hier ist aberwolst zu merken: Man sagte damals: gebt mir eins An-weisung auf Sie oder Sie Rieche; in demselben Verstände,worum wir jetzt sagen würden. gebt mir eine Anweisungauf diesen over jenen Steuereinnehmer. Denn wofernman diesen Stil nicht kennet; so versteht man hundert Ver-ordnungen nickt, worinn die Kirchen gegen die Plündern«,gen der Fürsten, Grafen und Ritter sicher gestellet werde»sollen. Diese Herrn gedachten so wenig den armen Pfar-rer als den Küster zu plündern; sondern sie fielen, nachunsrer Art zu reden auf die Landeskasse; und der Kayiecmachte es oft nicht besser. Unsre heutigen Kirchen würdenkeinen Husaren, vielweniger einen grossen Partisan zurSünde reize«.

Es ist weiter zu merken, daß Carl der Grosse dieLandmacht den Grafen, und die damalige Landsteuer derGeistlichkeit vertrauet habe: weil es ihm nicht sicher schien,beydes in einer Hand zu lassen. Wie aber solchergestaltdie Steuer in der schwächsten Hand war; so war kein an-drer Rath übrig, als sie so viel mehr zn heiligen; und wohldem Lande, worinn die Steuer heilig, und die Religionstark genug ist, den Kasten sicher zu bewahren.

Jetzt will ich Ihnen nun zeigen, daß damals gar kei,ue andere öffentliche Bedürfnisse vorhanden waren, alsdiejenigen, welche aus jener Kasse bestritten wurden. ZurLandesvertheidigung war zu der Zeit, so wie jetzt noch in man-chen Ländern, jeder hofgesessener Unterthan verbunden.Diese musten sich selbst völlig ausrüsten, und ihren Unter-halt bis zu der Mahlstatt mit sich führen. Wenn sie hierwaren, so wurde eine Lieferung in dem Lande, wo dasHeer stand, ausgeschrieben, und diese gieng oft bis aus

zwey