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3 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
Seite
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Die erste Landeskasse. 97

sie einen auch in die allzeit offnen Zeiten des Fausirechtsverweisen. Aber schwerlich wird ihre Antwort so beschaf-fen seyn, daß sich eine Dame von ihrer Wissbegierde, Hoch-zuehrende Polyxena, damit befriedigen wird. Ich willalso sehen, ob ich Ihne» die Sache ein wenig deutlichermachen kann.

Hie erste bekannte gemeine Kasse, wovon ich mit Ge-wißheit reden kann, war die Tehnlkassc, welche Carl derGrosse in seiner» ganzen Reiche einführte, und die geradeso war, wie sie der Ritter Vauban in den neuern Zeitenvorgeschlagen hat. Schlechter konnte man sie auch voneinem so grossen Genie, als Carl der Grosse war, nichterwarten. JnSgemein glaubt man, der CarolingischeZehnte sey keine gemeine Steuer, sondern nur ein geistli,ches Opfer gewesen. Wenn ich aber zeigen werde, daßalle damaligen öffentlichen Ausgaben eines Staats darausbestritten wurden: so muß dieser Zweifel, so früh sich auchdie Wahrheit verdunkelt hat, von selbst wegfalle».

Ein Viertel des Zehntens erhielt der Bischof; ein Vier-tel jedes Orts der Pfarrer; und die übrigen beydcn Vier-iheile die Kirche, zu allerhand Ausgaben, oder für Arme,Reisende, und andere Bedürfnisse.

Diese Kasse mag nun die Bischöfliche, oder die griff,siche Kasse, oder auch die GotteS- und Kirchenkasse geheis-sen haben, daran liegt nichts; genug es war die wahreStifts-oder Sprengelskasse, so bald ich zeige, daß dieseeben dazu diente, wozu jetzt eine Laudeskasse dienet. ESliegt auch nichts daran, ob diese Kasse in jedem Kirchspieleoder in der Hauptstadt war. Denn wir könnten auch jetzteine Hauptsteuerkasse entbehren, wenn der Obersteuercin-nehmer jedem Empfänger seine Hebung in Händen liesse,und sich begnügte Anweisungen darauf zn erkheilen, undMös pgtr. Phgnc. m. Th. G die