Die erste Landeskasse. 99
zwey Drittel aller Früchte. Es gab grosse Höfe, die denHeerwagen zur Fortbringung der Artillerie stellen musteu;und es gab andre, die zusammen einen gelmrnischten stelle,ten; mithin hatte man nicht nöthig, aufLehnung und Com-missariak etwas zu verwenden.
Zum Unterhalt der Vestungen, Landwehren, Heerwe,ge, Brücken und dergleichen, steurete jeder mit der Hand;und die Reichsbeamte, als der Graf und Hauptmann hat-ten ihre besondre ihnen in den Graf- und Hauptmannschaf,ten angewiesenen Gefälle, wovon noch die Gowgrafendien-ste, das Gowgrafenkorn, und besonders verschiedene Bruch,fälle übrig geblieben sind. Reifete einer von ihnen, oderein kayserlichec Gesandte: so wurde er überall frey gehal-ten , und der Kayser hatte jeden die ihm gebührende Ver-pflegung bis aufHübner und Eyer vorgeschrieben. Wennder Bischof jährlich seine Kirchen besuchte: so mufte ihmjedes Kirchspiel hundert Müdde (mnciioi) Haber, sechzigBund Stroh, hundert und zwanzig Brodle, vier Schwei-ne, drey Spanferken, acht Hammel, vier Gänse, acht Hüh-ner, zwanzig Eymer (sirnla^) Meth; zwanzig Eymer Ho-nigbier , und eben so viel ander Bier darbringen, und derKayser selbst zog immer aus einer Provinz in die andere,um einer einzigen mit seinem Aufenthalte nicht zu schwerzu fallen. Denn auch ihm muste, wenn er es verlangte,aus der Provinz die Tafel gehalten werden. Dieses vor-ausgesetzt, konnten schwerlich auf die damalige Sprengels-kasse andere öffentliche Ausgaben als diejenigen fallen, web>che hier oben namentlich ausgedruckt worden.
Das Viertel was der Bischof erhielt, gehörte nnstrei,tig in die idealische Hauptkasse, wenn er es auch gleich «n,mittelbar einzog, welches jedoch, wie ich gleich zeigenwerde, unmöglich war. Also erhielt der Bischof damals
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