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Fest-Lieder zu Ehren des Gymnasial-Direktors Herrn Dr. Kiesel : Düsseldorf, den 21. April 1884
Entstehung
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^er Lärm des Tags verstummte, die Lichter gingen aus,Lin einsam Lämplein brennt noch in einem stillen Haus.Erhellt ist ein Studirtisch, und im halbdunkeln Schein| Schaun von den Wänden nieder der Bücher stumme Reihn.Am Tische sitzt ein rüstger doch schon betagter Mann;

Man sieht der Stirne Lurchen den Emst des Denkers an.

Nach langer Jahre Arbeit und Mühsal hat zuletztWie es die Menschen nennen, er sich zur Ruh gesetzt.

Doch wenn ein Geist gewachsen in strenger eigner Zucht,Dann ruht er niemals völlig, selbst wenn er Ruhe sucht.

Die geistige Bewegung ist seine Lebensluft,

Ihr gibts nur eine Grenze, die Grenze ist die Gruft.

Beim ernsten Studium sitzet der Mann der Wissenschaft,

Er hat aufs Neu 1 gefunden noch stark die alte Kraft.

Da plötzlich aus der Tiefe empor ein Zweifel dringt,

Der bald den Geist, den ganzen, in seine Richtung zwingt:Wars recht, dass ich, so lange es hell noch in mir tagt,Wars recht, dass ich der Arbeit im Weinberg hab entsagt?Und in das Reich des Zweifels, der Grübelei gebanntEs senkt sein Haupt sich nieder und stützt sich in die Hand.

Auf einmal hört ers klingen, anfänglich nah und leis,

Dann immer voller, lauter, aus immer weitei'm Kreis.

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