r"
W
X :- -
^er Lärm des Tag’s verstummte, die Lichter gingen aus,Lin einsam Lämplein brennt noch in einem stillen Haus.Erhellt ist ein Studirtisch, und im halbdunkeln Schein| Schau’n von den Wänden nieder der Bücher stumme Reih’n.Am Tische sitzt ein rüst’ger doch schon betagter Mann;
Man sieht der Stirne Lurchen den Emst des Denkers an.
Nach langer Jahre Arbeit und Mühsal hat zuletztWie es die Menschen nennen, er sich zur Ruh gesetzt.
Doch wenn ein Geist gewachsen in strenger eig’ner Zucht,Dann ruht er niemals völlig, selbst wenn er Ruhe sucht.
Die geistige Bewegung ist seine Lebensluft,
Ihr gibt’s nur eine Grenze, die Grenze ist die Gruft.
Beim ernsten Studium sitzet der Mann der Wissenschaft,
Er hat aufs Neu 1 gefunden noch stark die alte Kraft.
Da plötzlich aus der Tiefe empor ein Zweifel dringt,
Der bald den Geist, den ganzen, in seine Richtung zwingt:„War’s recht, dass ich, so lange es hell noch in mir tagt,„War’s recht, dass ich der Arbeit im Weinberg hab’ entsagt?“Und in das Reich des Zweifels, der Grübelei gebanntEs senkt sein Haupt sich nieder und stützt sich in die Hand.
Auf einmal hört er’s klingen, anfänglich nah und leis,
Dann immer voller, lauter, aus immer weitei'm Kreis.
L