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3 (1846) [Cal - Deu]
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640 Dalberg.

stammte aus einem der ältesten und edelsten Geschlechter des deutschen Adels. Sein Vaterwar Franz Heinrich von Dalberg, Statthalter von WormS, Burggraf zu Friedbergund kurfürstlich - mainzischer Geheimerath. Schon in der Mitte des zehnten Jahrhundertserwähnt die Geschichte eines Freiherrn von Dal bürg oder Thal bürg, welchen Namendas Geschlecht auch früher führte. Wenn es sich auch urkundlich nicht darthun läßt, waswir übrigens gründlichen Genealogen zu erörtern überlassen, daß bei der Kreuzigung desErlösers die Mutter des Herrn zu einem Dalberg, der ehrfurchtsvoll mit entblößtemHaupte vor ihr stand, freundlich sagte:Seien Sie bedeckt, Herr Vetter!" so ist dochüber das hohe Alterthum und den Ruhm des reichsfreiherrlichen Geschlechts kein Zweifel.Bei der Feierlichkeit der deutschen Kaiserkrönung vor dem Ritterschläge fragte der Heroldmit lauter Stimme:Ist kein Dalberg da?" und fand sich einer, dann empfing der-selbe von dem gekrönten 'Kaiser vor allen Andern den Ritterschlag. So anerkannt war derhohe und alte Adel des Geschlechts. Diesem Umstande verdankte auch zum Theil unserDalberg die glänzende Laufbahn, die sich vor ihm aufthat und die er mit Ehre und Aus-zeichnung wandelte, bis eine neue verhängnißvolle Zeit, die das Alte umgestaltete, ihnfast tiefer beugte, als er sich erhoben hatte. Dalberg war eine ausgezeichnete, liebens-würdige Persönlichkeit, reich an Kenntnissen und Tugenden, die ihm auch ohne die Vor-züge seiner Geburt eine hohe Stellung in der Gesellschaft erworben haben würden. Aberohne diese Vorzüge der Geburt, die Jedem mehr oder weniger seinen Weg bezeichnet,wäre er nicht zu jener hohen Stellung gelangt, die ihn zum Gegenstände der allgemeinenAchtung und Verehrung und später des biltern Tadels und leidenschaftlicher Anfeindungmachte. Ohne seine Ahnenreihe konnte et nicht Domherr werden, und so war ihm derPfad zu allen Aemtern und Würden verschlossen, die er mit Auszeichnung, wenn auchnicht immer mit ungetheilter Anerkennung, bekleidet hat. Die Erbaristokratie, eine derseltsamsten staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Erscheinungen, die ein schwer zu er-klärendes Räthsel für Alle ist, denen der Glaube an die Heiligkeit der Traditionen fehlt,nimmt eine große, höchst bedeutende Stelle in der Geschichte der Völker und der Menschheitein. Man fragt betroffen, wie Der besser sei, dem ein großes Erbtheil verdienstlos zuge-fallen, als sein Erwerber, der es seinem Fleiß und seinem Talente verdankt? Stehendoch Pipin, Karl Martell und Karl der Große in der Achtung aller Zeiten höheralsein Karl der Dicke und Karl der Kahle. Soll ein Bach um so reiner werden,je weiter er von seiner Quelle fließt ? Der Marschall Lefebvre, den die Anmaßung desalten Adels, der mit der Restauration nach Frankreich zurückgekommen war, empörte,sagte zornig:Auf was pochen diese Leute ? auf ihre Ahnen ? Gut! ich selbst bin einAhn." Der einfältige gerade Sinn des plebejischen Marschalls begriff das Geheimnißnicht. Napoleon verstand es besser.Wäre ich mein Enkel, sprach er, dann säße ichnoch auf meinem Kaiserthrone." Eine kluge Welterfahrung verbietet uns, in menschlichenDingen immer auf den Sieg der Vernunft und des Rechts zu zählen. Die sogenanntenpraktischen Menschen, denen es einzig um den Erfolg zu thun ist, rechnen.oft mit größererSicherheit auf ihr Gegentheil; denn kaum giebt es eine Unnatur, welche Gewohnheit demMenschen nicht zur Natur, kaum eine Thorheit, welche die sophistische Wissenschaft nichtzur Weisheit gemacht, kaum einen Aberglauben, den irgend eine Religion nicht als wahrenGlauben geheiligt hätte. Diese Gebrechen und Verirrungen der Menschennatur, derensich die praktischen Menschen zur Erreichung ihrer Zwecke mit kluger Welterfahrung bedienen,sind es, welche die Wirklichkeit dem Ideale als einer lächerlichen Unmöglichkeit und denStaat der Willkür und Gewalt dem des Gesetzes und des Rechts als abenteuerliche Utopienentgegenstellen. Das hohe Alter des Geschlechts der Dalberge ist eine Thatsache, die' weder widersprochen noch bezweifelt werden kann. Doch darf in einer Sache, die für sowichtig und folgenreich angesehen wird, die Bemerkung nicht übergangen werden, daß dergerade Faden der männlichen Nachkommenschaft gegen die Mitte des vierzehnten Jahr-hunderts brach und durch ein Fräulein wieder angeknüpft und fortgesponnen worden ist.Greta von Dalberg vermählte sich (1330) mit dem Ritter Gerhard, Kämmerervon Worms, der mit den Gütern des Geschlechts auch dessen Namen übernahm. VondiesemPaare stammen die später» Dalberge. KarlTheodor, der noch zwei jüngere