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5 (1847) [Fou - Gir]
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Foy.

entwickelte die Mittel, sie auszuführcn. Es war eineö von jenen inbaltreichen und schö-nen Capiteln, gemischt von Poesie und Wirklichkeit, von Wahrhaftigkeit und Täuschung,wie sie auf St. Helena vorkamen und in dem Memorial vonLas Cafes zu lesen sind.Foy erstaunte über des Kaisers Absichten, an deren Verwirklichung er selbst nicht zu zwei-feln schien. Indessen ließen sich doch auch die Schwierigkeiten nicht verbergen, der Wi-derstand, den ein mächtiger Theil von Europa leisten würde, die getheilten Meinungenund feindseligen Interessen, die zu versöhnen oder z» besiegen waren, und Foy nahm kei-nen Anstand, seine Bedenklichkeiten bei aller Bewunderung, von der er sich durchdrungenfühlte, bescheiden auszusprechen. „Was wollen Sie?" schloß Napoleon seine Erwi-derung, „in meiner Luge ist jeder Stillstand ein Rückschritt, und ich kann und darf keineRückschritte machen."

In den Feldzügen von 1811 und 1812 befehligte Foy in Spanien oder Portugalbeinahe immer abgesonderte Corps, die aus mehreren Divisionen bestanden, und gewöhn-lich mit glücklichem Erfolge. Selbst im Jahre 1813, wo die Franzosen sich nur mit dergrößten Anllrengung gegen die überlegene Macht der Engländer und Spanier behaupte-ten, blieb Foy im Vortheile, wenn auch das Herr sonst im Ganzen oder Einzelnen imNachtheile war. Wie der große Kampf endlich entschieden ward, ist bekannt. Foy fochtin Spanien, während Nap o leon auf beimischem Boden seine Herrschaft, den RuhmFrankreichs und die Integrität seines Gebietes zu vertheidigen bemüht war. Als dieserabzudanken sich genölhigt sah, lag Foy, ohne besondere Theilnahme für die Angelegen-heiten dieser Welt, an schweren Wunden leidend, zu Bette, so daß man für sein Lebenfürchtete. Die restauricte Regierung ernannte ihn zum Generalinspector der Infanterie,welche Stelle er bis zum wunderbaren 20. März bekleidete. Bei Waterloo kämpfte er miteinem Muthe, der eines besseren Schicksals, als ihm geworden, würdig war. Hier er-hielt er seine fünfzehnte und letzte Wunde, mit der sich seine kriegerische Laufbahn schloß.Die Stunde war abgelaufen, Napoleon's und Frankreichs Loos bestimmt, EuropasSchicksal entschieden. Eine neue Zeitrechnung begann mit neuen Entwürfen und Täu-schungen, in denen sich die alten nur in verjüngter Gestalt wi verholten. Ucber das, wasFoy als Krieger und Anführer geleistet, ist nur eine Stimme, und diese Stimme istdieselbe bei den Feldherren, unter denen ec gedient, wie bei den Truppen, die er befehligthat. Desaix, Moreau, Massen« und die Marschälle, welche sie an der Spitzedes Heeres erseht, haben ihn ausgezeichnet, und Napoleon selbst, der sich so spät da-zu verstand, ihn nach seinem wahren Werthe zu würdigen, erkannte seine Verdienste anund erklärte noch auf St. Helena, Foy habe zu den Seltenen gezählt, die den Marschall-stab erwarten durften.

Es könnte auffallen, daß ein Mann, der auf dem Schlachtfelde sich so wohlverdien-ten Ruhm erworben, mit gleichem Erfolge auf der Rednerbühne aufgetreten ist. Aberwas sich bei oberflächlicher Betrachtung zu widersprechen und aufzuheben scheint, fördertund unterstützt sich gegenseitig. Die Triumphe des Friedens wie des Kri ges können nurdurch Überlegenheit des Geistes, durch einen sichern und schnellen Blick, der Menschenund Dinge in ihrer wahren Gestalt e faßt, durch ein gesundes Urlheil und Entschlossen-heit errungen werden. Die Künste des Friedens und des Krieges schließen sich nicht aus,sondern dienen sich, und die größten Feldherren zeichneten sich auch als große Staatsmän-ner aus. Foy's Zelt war zugleich ein Lesecabinet, und das Schwert vertauschte er miteinem Buche. Mit den alten Sprachen und der alten Literatur bekannt, beschäftigten ihndiese wie die Sprach.» unserer Zeit, deren viele er fertig redete r nd las, und das Wich-tige, was sie für den Mann von Bildung enthielten, suchte er sich anzueignen. Cäsar'sCommentar, Virgil'S Dichtungen fand man neben den Werken deSTacitus undMontaigne, und der Krieger, der Geschäfts- und Staatsmann und der Rednerschöpften an derselben Quelle. Seine Feldzüge wie seine Reisen dienten ihm auf gleicheWeise zu seinem Unterrichte, und in dem Lande, wo er sich aufhielt, studirte er dessenSprache, Sitten, Staatsverfassung, suchte sich mit den Schätzen seiner Literatur bekanntzu machen und durch den Umgang mit s.inen Gelehrten und ausgezeichneten Männirn zuunterrichten. So ist es Foy möglich geworden, die mannigfaltigsten und verschiedenai-

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