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5 (1847) [Fou - Gir]
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Fox

zu Verbrechen macht. Zugleich wurden dem Knaben und Jünglinge Fox auf den Schu-len zu Westminster und Eton, auf der Universität Oxford und auf seinen wiederholtengroßen Reisen mit dem höchsten Grade der Freiheit, welcher der englischen Erziehung eben-falls eigenthümlich ist, die reichsten Mittel der vornehmen englischen Verschwendungeingeräumt, deren große Gefahren wenigstens edle, kräftige, von höheren Ideen beseelteNaturen, so wie Fox, endlich überwinden. Als nach dem Tode seines Vaters trotz dessengroßen Einnahmen in einer Verwaltung desselben ein Deficit von anderthalb MillionenPfund im Unterhause zur Sprache gekommen war, äußerte Fox:Ueber 500,000 Pfundkann ich Aufschluß geben, die habe ich durchgebracht. Mein Bruder wird eine gleicheSumme auf sich nehmen, und Ue übrigen 500,000 waren wohl für meinen Vater nichtzu viel". Und doch hatten selbst die so reichen väterlichen Mittel der übertriebenen Libera-lität und Jugendlust des Sohnes nicht genügt. Bei dem allgemeinen Glauben, daß erwegen Kinderlosigkeit seines älteren Bruders die Pairsdotation erben werde, hatte Foxvon den Juden zuletzt zu fünfhundert Procent Gelder geborgt. Mit seinem heitern freienGeist erwiderte er indeß die unerwartete Nachricht von der Geburt eines Neffen, des nach-maligen Lords Holland, anspielend auf den Untergang des Judenthums durch die Geburtdes Messias, mit den Worten:Uns ist ein Knäblein geboren". Doch hatte ihm derVater bei seinem frühzeitigen Tode nebst baarem Gelde noch ein prächtiges Landgut, Kings-gate, auf der Ostküste von Kent, überhaupt ein Einkommen von 4000 Pfund hinter-lassen können.

Unter den angedeuteten glücklichen Verhältnissen entwickelte der reichbegabte Jüng-ling zugleich mit der alle Herzen gewinnenden heiteren Gutmüthigkeit und Offenherzigkeitund mit der anmuthigen Bildung seine großherzige, freie männliche Gesinnung, seinenatürliche, Geist und Gemüth ergreifende , reiche und feurige Beredsamkeit,. Er wurdeim vollsten und edelsten Sinne, wie man allgemein ihn nannte,der Mann des Volks".Unter denselben Einflüssen aber entwickelte sich vielleicht auch ein gewisser Mangel ankalter, sorgfältiger Ueberlsgung und Berechnung, an geduldiger Erwartung und gleich-mäßig angestrengter Vorbereitung der äußeren erfahrungsmäßigen Bedingungen zur Ver-wirklichung seiner großartigen Ideen.

Schon als kaum zwanzigjähriger Jüngling trat Fox 1768, durch väterliche Vermitte-lung zum Repräsentanten eines Fleckens ernannt, in das Parlament des freien Großbritanni-ens, aufdiesen großartigst »Schauplatz öffentlicher Wirksamkeit in der heutigenWelt. Vonseinem Vater zum Tory erzogen, unterstützte er anfangs und insbesondere gegen Wilkes,mit so glänzendem Erfolge dieMinister, daß er alsbald zum Commissär der Admiralität, dannzum Commissär der Schatzkammer ernannt wurde. Doch bald, und vorzüglich seitdem diegroßen Verhandlungen über die Freiheit der Nordamerikaner die edcln Grundsätze seiner frei-heitsliebenden Seele ausbildeten, wurde er Gegner der toryistischen Politik. Den Ideenund Gesinnungen des edlen Chatam huldigend, verband er sich im Untcrhause mit jenerSchaar glänzender Geister, welche, gestützt nicht auf bestehende Ausartungen und Mis-bräuche, sondern auf die höchsten Grundsätze britischer Verfassung, mit Feuer die Unge-rechtigkeit gegen die Eolonieen bekämpften. Schnell zum Manne gereift, stand er zur all-gemeinen Ueberraschung als Whig an der Spitze der Opposition. So außerordentlichemGeiste und Talente überließen auch die berühmten Whigs im Oberhause, wie die LordsShelburne, Portland, Ehatam, Camden die Führung ihrer Partei. Nie,so wie schwächliche Geister, durch die Misbräuche der Freiheit zur Untreue gegen sie selbstverleitet, nie seine Grundsätze den Umständen aufopfernd, blieb Fox auch in allen Schreckender französischen Revolution ihr feurigster Vertkeidiger. Ec blieb unerschüttert und un-bestochen, als, erschreckt durch jene Gräuel, als, besiegt durch die Einflüsse des langen Mi-nisteriums des gewaltigen Pitt, als, geblendet durch die von Pitt sorgfältig genährtenLeidenschaften des Krieges, des Nationalhasses und Nationajstolzes, immer mehrere Bun-desgenossen, zuletzt alle, bis zu kaum noch zwanzig Stimmen, auf die Seite der freiheits-feindlichen Ministerialpolitik hinübertraten. Thränen des Schmerzes konnte der Abfallund die unwürdige Freundschaftsaufkündigung selbst seines ältesten Freundes Burkeseinem seelenvollen Auge entlocken. Sein freier und großer Geist aber konnte über die