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5 (1847) [Fou - Gir]
Entstehung
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Fourier. 15

langen derselben Gegend zu einem nicht minder vorteilhaften direkten Großhandel in dieFerne sich vereinigen, daß bedeutende Verbesserungen durch Austrocknung von Sümpfen,Anpflanzung von Wäldern, Anlage von Eisenbahnen und Canälen u. s. w. mit gemein-schaftlichen Kräften leichter und in größerer Zahl sich bewerkstelligen lassen, daß man auchzu großen gemeinsamen Volksfesten, wie etwa in der Zeit des Herbstes, der Ernte rc.,sich versammelt u. dgl.

Man hat dem Systeme Fourier's den Vorwurf gemacht, daß es dazu Hinneige, allefreie Thätigkeit einem tödtenden Mechanismus zu unterwerfen, die menschliche Gesell-schaft in eine bloße Arbeitsanstalt und alle Poesie des Lebens in nüchterne, unerquicklicheProsa zu verwandeln. Dieser Vorwurf ist ungegründet. Er beruht auf einer oberfläch-lichen Kenntniß des Systems und hauptsächlich aus einigem unwesentlichen Beiwerke, dasan die Regelmäßigkeit und Einförmigkeit mi litauisch er Uebüngen erinnert. Dahin gehört,daß jede Stunde durch einen Kanonenschuß oder eine Glocke das Zeichen des Uebergangs zuanderen Beschäftigungen gegeben werden soll. Da jedoch stets die Wahl der Beschäfti-gung den Einzelnen überlassen bleibt, so bringt diese Einrichtung keinen größeren Zwangin das Leben als unsere Thurmuhren, indem sie die Stunden verkünden. Ueberhauptist jenes System auf Nichts weniger als auf ein tödtendes Nivellement aller Fähigkeitenund Culturstufen gerichtet, sondern erstrebt die freieste Entwickelung der Mannigfaltigkeitin der Einheit. Von seiner negativen Seite und als Opposition gegen die gegenwärtig be-stehenden socialen Verhältnisse betrachtet, läßt sich die jetzige französische Romantik alseine Vorläuferin und Bundesgenossin von Fourier's System betrachten, indem sie in ih-ren oft so widerlichen Verzerrungen doch nur allzu treffend die Gebrechen der Gesellschafthervorhebt. Wenn aber diese Poesie der Verzweiflung, wie man die französische Roman-tik richtig bezeichnet hat, erst wieder zur Poesie der Hoffnung und mehr schöpferisch alsvernichtend wird, so dürste sie vielleicht einen Theil ihres Inhalts aus den von Fourierund seinen Schülern in Umlauf gesetzten Ideen entnehmen. Hat doch schon Beranger,der eigenthümlich bedeutendste Dichter des neueren Frankreichs, Fourier's Lehre mit denZeilen begrüßt:

Uk tsrre, spres Irmt äs üessstres,k'orms avec le ciel un keinen,

Lt la loi gui regit I«8 sstrssDann« la paix au geurs Inunain."

Auch hatte Fourier selbst in seinen Werken darauf hingewiesen, daß seine Lehre dieQuelle einer neuen Poesie werden dürfte.

In den Erwartungen, die von der Anwendung des neuen Socialsystems gehegt wer-den, halber Erfinder desselben seiner Phantasie auf die wunderlichste Weise den Zügelschießen lassen. Er ist des guten Glaubens, nach Gründung einer einzigen Phalanx wür-den die Vorzüge seines Systems so entschieden hervortreten, daß gar bald alle Völker zu ei-ner zusammenhängenden Reihe von Phalangen sich vereinigen dürften, die in einem Om-niarchat, dem er in Constantinopel seinen Sitz anweist, ihre Centralisation fänden.Dann wird der Organismus des gesammten Erdenlebens sich verbessern: das Eis der Po-larkreise und die Gluthhitze der Tropenländer werden sich mildern, alle Geißeln der Mensch-heit Pest und Cholera, Kriege und Revolutionen, Staatsschulden und Agiotagewerden verschwinden. Eine Menge von schädlichen Thierarten wird vertilgt werden, alleanderen Thiere verwandeln sick, nach der Verschiedenheit ihrer Triebe und Instinkte, innützliche Arbeitsgenossen des Menschen, und neue, nützlichere Gattungen werden entstehen.Die Masse der Erzeugnisse wird so sehr sich vergrößern, daß bedeutende wissenschaftlicheund künstlerische Werke mit Millionen sich honoriren lassen, wie denn überhaupt Fourierden Künstlern und Forschern ein goldenes Zeitalter verheißt. Es dünkt ihm ein Leichtes,die gesammte britische Nationalschuld nur mit dem Werthe der Hühnereier abzutragen, dieman binnen Kurzem produciren wird; in Frankreich will er alle spoliirten Assignatengläu-bigcr entschädigen und der Geistlichkeit alle Einbußen während der Revolution ersetzen.An die Stelle des Brodes, das als einfache, nur in einer einzigen Zone erzeugbare Speise