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5 (1847) [Fou - Gir]
Entstehung
Seite
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12 Fvurier.

Verlauf von einer oder längstens von zwei Stunden, in ihren Beschäftigungen abwechseln,und hiernach eine Serie der anderen Mitarbeiter zusendet. Indem nun Fourier annimmt,daß jeder Einzelne etwa an 30 verschiedenen Beschäftigungen Theil nehmen könne, setzt erzugleich voraus, daß sich bei 1500 bis 1600 Mitgliedern einer Phalanx etwa 400 Serienbilden werden. Und so glaubt man denn, daß diese gesellschaftliche Ordnung allen Varie-täten von Geschmack und Charakter Befriedigung und entsprechende Beschäftigung gewähre,ohne daß eine Thätigkeit vor der anderen einen Vorzug erhalte.

Wie nun auf diese Weise gemeinschaftlich producirt wird, so soll auch in der Con-sumtion jedes Mitglied der Phalanx an den zur Erhaltung, zum Genuß und Vergnügendienenden Gegenständen wie z. B. an den gemeinschaftlich bereiteten Mahlzeiten ver-schiedener Art, an gemeinsamen Spielen, Festen u. s. w. nach seinen Neigungen undnach seiner Rate am jährlichen Gesammteinkommen Antheil nehmen können. Für dieVertheilung dieses Einkommens kommen die drei Faktoren der Production, Capital, Ar-beit und Talent, in Betracht. Nach Abzug der für die eingeschossenen Capitalien zu zah-lenden Zinsen und der der ganzen Phalanx gemeinschaftlichen Ausgaben, werden sämmt-liche Serien in drei oder fünf Classen getheilt, je nachdem sie mit Gegenständen der Noth-wendigkeit, des Nutzens oder der bloßen Annehmlichkeit *) sich beschäftigen. Es ist sodannweiter zu bestimmen, in welchem Verhältnisse diese Classen participiren, wobei die noth-wendigen Beschäftigungen höher als die nützlichen, und diese höher als die blos demVergnügen dienenden angeschlagen werden, so daß die Vertheilung der Gesammtmassean die drei Classen etwa im Verhältniß von 5, 4 und 3 erfolgt. Dieses willkürlich be-stimmte Vechältniß, zusammengesetzt mit der Zahl der von jeder Classe wirklich verwendetenArbeitsstunden, bildet den Maßstab der Vertheilung'nach Classen. Ganz auf ähnlicheWeise erfolgt dieselbe in den einzelnen Serien der besonderen Classen, die gleichfalls in ver-schiedene Ordnungen zerfallen, und sodann in den einzelnen Gruppen der Serien. Hier-bei soll jedoch immer noch, außer der Zahl der Arbeitsstunden, der besondere Eifer undNachdruck, womit gearbeitet wurde, die eigenthümliche lorco truviiillunto der einzelnenGruppen und Serien, in Berücksichtigung kommen. Was endlich die Vertheilung unterdie einzelnen Mitglieder jeder Gruppe betrifft, so entscheidet hierbei, nach einem festzusetzen-den Verhältnisse, etwa von 4:3, theils dis Zahl der Arbeitsstunden, theils das besondereTalent, das Einzelne bethäligt haben. Diese Belohnung des Talents ist eine Art Prämie,die jede Gruppe ihren in wirksamer Thätigkeit vorzüglich ausgezeichneten Mitgliedern be-willigt; und wie von jeder Gruppe, so werden noch direct von jeder Serie so wie von dergesammten Phalanx solche Prämien vertheilt.

Der Verkehr der Phalanx nach außen geschieht in der gewöhnlichen Weise durchTausch, Kauf und Verkauf. Im Inneren dagegen wird den einzelnen Mitgliedern Alles,was sie erhalten, auf Rechnung geschrieben, mit Ausnahme der ganz geringfügigen undnicht regelmäßig wiederkehrenden Bedürfnisse des täglichen Lebens. Jedes Mitglied derPhalanx hat nach der Größe des Capitals, das es in die Gesellschaft eingeworfen oder er-worben hat, einen auf dritte Personen übertragbaren Rechtstitel, der aber dem Berech-tigten keine Befugniß verleiht, auf Theilung des Grundvermögens zu dringen, wovonimmer nur die Gesammtheit die alleinige Eigenthümerin ist. So gehen auch nach demTode eines Mitglieds nur die .vorhandenen Mobilien in Natur, die weiteren Ansprüchejedoch in Territorialactien auf die Erben und Legatarien über, ohne daß eine Zerstücklungdes Grundeigenthums der Gesellschaft erfolgen kann. ,

Um die im allseitigen Interesse der Gesammtheit und ihrer Mitglieder erforderlicheThätigkeit zu ordnen und stets in angemessener Ausdehnung eintretenzu lassen, werdenjeden Abend Versammlungen gehalten und für den folgenden Tag die nöthigen Verab-redungen getroffen. Findet die Regentschaft der Phalanx, daß ein besonderer Zweigder Thätigkeit erschlafft, so soll sie empfehlend auf die Nothwendigkeit eines eifrigem

*) Hier setzt sich Fourier mit seinem eigenen System in Widerspruch, da nach seinerVoraussetzung jede Art der productiven Thätigkeit angenehm und anziehend, attru^-mte etpussioimee, sein würde.