4 Fourier.
Reichthum und Armuth, von Verschwendung einer begünstigten Minderheit und vonzeitweise drückendem Elende zahlreicher Elasten des Volks alle Gebrechen unserer so-cialen Zustande deutlich hervortreten ließen, stellte der Engländer Robert Owen indem bezeichnten Geiste seine Theorie einer Eooperativgesellschaft auf. Er suchte ihrim Jahre 1837 auch in andern Ländern, jedoch mit wenig Erfolg, Eingang zu ver-schaffen, zunächst in Frankreich durch seine Vorlesungen im Athenäum zu Paris;später wollte er sich zu demselben Zwecke nach Deutschland begeben. Schon früherhatte er sich bemüht, die Anwendbarkeit seiner Lehre zu zeigen, und er hatte dafürsein bedeutendes Vermögen der Gründung der beiden Etablissements von New-Lanarckund New-Harmony gewidmet. Von diesen befand sich zwar das elftere eine Zeitlang in blühendem Zustande, aber der spätere Versuch einer strengeren Durchführungseines Systems bot gar bald unüberwindlich erscheinende Schwierigkeiten dar. Owenhatte einige, jedoch nur wenige Nachfolger, die sein System zu verbessern, auszubildenund weiter zu begründen suchten. Dahin gehört namentlich A. Combe in seinen„Netapkorical slcetclies <>s tke olil uiul nerv 8)8tem" (k<Iiul>., 1823). Auch istin mancher Beziehung I. Gray hierher zu zählen, der in dem „8<>ciai »zstem, u1reati8e o» tbe principle ob exctumge" (kl'Iinb., 1831) den Vorschlag macht, aufRechnung eines gemeinschaftlichen Nationalfonds die arbeitenden Elasten zu beschäf-tigen und zu unterhalten, dagegen die Erzeugnisse dieser Industrie zum Nutzen desFonds einzuziehen und zu verwerthen.
Ein besonders günstiger Boden für Erzeugung und Verbreitung neuer Social-systeme war Frankreich, wo die Revolution durch Auflösung der Bande von Ständenund Corporationen der Idee einer Reorganisation der Gesellschaft und allen Versuchenzur Verwirklichung dieser Idee ein freieres Feld geöffnet zu haben schien. Auch indiesem Lande war der Zwiespalt zwischen den arbeitenden und besitzenden Elasten deut-lich hervorgetreten, während sich überdies in viel größerem Maße als in Großbritan-nien die Nachtheile einer allzu großen Zersplitterung des Grundeigenthums zeigten,so wie einer unvortheilhaften und unverhältnißmäßigen Vertheilung der productivenMenschenkräfte auf die Zweige der Landwirlhschaft und der Industrie. Schon unterdem Kaiserreiche hatte Co össin von einer socialen Umgestaltung auf friedlichem Wegegeträumt und mehrere Nachfolger gefunden, deren Jeder auf seine besondere Weise ineiner engeren organischen Verbindung der menschlichen Tätigkeiten ein Mittel desHeils für die Gesammtheit und die Individuen entdeckt zu haben vermeinte. Alle dieseMeinungen und Ansichten scheinen sich später im St-Simonismus zu vereinigen.Auch dieser reicht mit seinen ersten Wurzeln bis in die Zeit der Revolution und desKaiserreichs, erhielt jedoch erst nach dem Tode des Meisters, von der Zeit der Restau-ration an, eine weitere Ausbildung und Verbreitung. Hätten sich die St.-Simonistcnaus die Entwickelung und Vervollkommnung ihrer Ansichten über Organisation derArbeit und Vermittelung der widersprechenden ökonomischen Interessen beschränkt, sohätten sie vielleicht dauernde Anerkennung und wachsenden Einfluß gewinnen können.Indem sie aber außerdem auf dem Gebiete des Glaubens als Stifter einer neuen Re-ligion und auf dem der Politik als Gründer einer hierarchischen Herrschaft auftretenwollten, die alle individuelle Freiheit zu vernichten drohte, stellten sie sich mit dem herr-schenden Geiste unserer Zeit in so grellen Widerspruch, daß mit den Jrrthümern zu-gleich die Wahrheiten ihrer Lehre verworfen wurden. So ist denn der St.-Simonis-mus als eine selbstständige Doctrin beinahe gänzlich verschwunden. Allein wenn auchdie fühercn Apostel St- Simon's nicht mehr die Verkünder eines neuen Glaubensund die Stifter einer neuen Hierarchie werden mögen, so läßt sich doch immer be-merken, daß sie in den verschiedenen Stellungen, die sie jetzt im praktischen Lebeneinnehmen, ihren früher bekannten nationalökonomischen Ansichten im Wesentlichentreu geblieben sind und auf mannigfache Weise ihnen Geltung zu verschaffen suchen.
Vor etwa 40 Jahren hatte sich Charles Fourier, mit seiner Theorie einerintlostrie sttrs^unte et Pg88,onnee, jener Lehre der St. - Simonisten theils unter-stützend zur Seite, theils bekämpfend «ntgegengestellt. Der Erfinder dieser neuen Theorie