ri4 Von der Mittheilung eigener Gedanken.
jum Prüfen derselben Zeit behält. —Aller Unterrichtmuß auf die Agsklacung des Mecstandcs, oder Besse-rung des Herzens, Veredlung der Sitten und mora-lischen Gefühle, Bildung des Geschmacks, Beförderungder menschlichen Glückseligkeit, oder auf alles dieses zu-sammen aüzwecken.
Wer eine irrige Meinung wicderlegen, oder miteinem andern über die Gründe für und wider einen Sahdispuriren will, muß vor allen Dingen die Streit-frage richtig zu bestimmen suchen (d. i. den statu,ncontrovkrchse fesisetzen). Denn wenn dieses nichtgeschichet, so können beyde Parchcien lange streiten,ohne zu wissen, worauf cs ankvmmt, wenn sie vielleichtin der Hauptsache einiger sind, als sie selbst glauben.Sie verwickeln sich in Wo r tstr ci ke (Logomachien),und wissen am Ende selbst nicht mehr, was sic anfangsbehaupten wollte». Daher muß jeder der Streitendensich setdft erst richtig verstehen, ehe er den andern wider-legen null. Ost sind Sähe, die mit verschiedenen Wor-ten ausgedrstckt werden, dem Sinne nach einerlei), undman bemerkt cS nicht ehe, bis man alles deutlich über-denkt. — Keiner dass dem andern voreilig in die Redefallen, weil dieser dadurch in der deutlichen Entwickelungseiner Gründe gesiöhrt, und der Streit sehr bald heftigund leidenschaftlich wird. Nichts ist der ruhigen Umtersuchung hinderlicher, als wenn die Streitenden erhitztwerden, und mit Leidenschaft eine Sache zu verfechtensuchen, die doch nur durch Abwägen und Prüfen derkalten Vernunft emsch-ieden werden kann. Erforschungder Wahrheit, und Erweiterung nützlicher Kenntnisse«süssen die einzigen Triebfedern sepn, die jeden der bepr