Von schriftl. und mündl. Unterricht. 205
nur flüchtig ließet, ohne über das Gelesene nachzuden«! ken, es zu prüfen, gehörig zu ordnen, mit den schon>' vorhandenen Ideen zu vergleichen, an das vorher Er<
^ lern» anzuknüpfen u. s. w. der raubt sich seine Zeit,
und hat wenig Nutzen von seinem Lesen.
Man lese meistens gute Schriften, woran in kei»nem Fache Mangel ist. Uebrigens sind die von mitt»lerer Güte nicht von der Lektüre ausgeschlossen, d»nicht alles sehr vorzüglich seyn kann, und auch aus denletztem noch manches Nützliche gelernt werden kann.
Gute Bücher müssen mehrmals gelesen werden.Dadurch werden sie erst vorzüglich nützlich zur Auf«Heilung der Ideen und Bildung des Geschmack«. Eheman ein solches Buch zu lesen anfängt, suche man sichvorher von der Absicht des Verfassers, von dem Plan,welchen er verfolgte, und der Art seiner Darstellung«inen Begriff im Allgemeinen zu machen. Dadurchlernt man ihn leichter verstehen, und kann hernachbesser bcurlheilen, wie weit er seinem Plan getreu ge<blieben ist. Daher muß die Vorrede und Einleitunggleich anfangs mit Sorgfalt gelesen werden. Da ma«Bücher, die viel Neues enthalten, oder schwer zu verrstehen sind, ohnehin mehrmals lesen muß, so ist eSgut, sie da« erstemal nur flüchtig zu durchlaufen, umeine allgemeine Uebersicht davon zu erhalten, undzu bemerken, wo bey wiederholter Lektüre das
Nachdenken am meisten verweilen muß. Auf dieseerste Lektüre muß die zwevte, so bald als möglich,folgen, und mit Aufmerksamkeit, ohne Uebereilung undl häufige Unterbrechungen, vorgenommen werden. —>Wenn man wissenschaftliche Schriften, in welchen ein