222 Von schriftl. und mülidl. Unterricht.
mentarien, einzelne Abhandlungen zur Erklärung schwerrer Stellen u. d. gl.
Obgleich der mündliche Unterricht vor dem schriftrliehen den Vorzug hat, daß er meistens eindringlicherist, weil die Lebendigkeit der Darstellung gewinnt, sobat doch auch der letztere seine eigenthümliche Vorzüge.Die Eingeschränktheit unsers Verstandes macht es nolh»wendig, daß wir nicht nur von diesem oder jenem Leh«rer, sondern auch durch die Lektüre vieler Schriften vonsehr verschiedenen Männern und verschiedenem Gehaltlernen. Viele Menschen hatten bessere Gelegenheit,über eine Sache nachzudcnken, Beobachtungen undVersuche anzustcllc» u. s. w. als wenige. DiesenSchatz von Ideen und neuen Aussichten können wiruns durch Lektüre zu eigen machen. Wenn dadurchin manchen Fällen auch nur Fingerzeige und Veranrlaffungen zum weitern eigenen Nachdenken gegebenwerden, so ist dieses schon von unbezweifeltem Werrhr.— Der Verfasser einer Schrift kann in der Regelmehr Zeit und Fleiß auf die Abfertigung derselbenwenden, als der Redende auf die Bearbeitung deckmündlichen Vortrags. Gute Schriftsteller liefern darher durchdachte und ausgearbeitele Werke über Gegen»stände, zu deren Untersuchung es andern Menschen oftan Zeit, Gelegenheit, vortheilhaften äuffern Vechält«nissen, Talenten und Vorkenntnissen fehlt. — OhneLektüre wird unsere Kenntniß zu einseitig, das ist, wirhalten uns gewöhnlich nur an gewisse Vorstellungsar»