Von der Prüfung der Zeugnisse, igy
mer, weil viele in gewissen Fällen nur für einen geltenkönnen, wenn sich nähmlich aller Zeugniß auf das eineseinzigen Augenzeugen gründet. Hat dieser sich getäuscht,«der vorsätzlich die Unwahrheit gesagt, so wird die Sachedurch widerhohlte DestättiguNg von mittelbaren Zeugenum nichts glaubwürdiger. Mögen z. B- hundert Meiirschen sagen, daß Titius eine Eodencrscheinung gesehenhabe, weil sie es aus seinem eigenen Munde gehört harLen mag ein ganzes Volk gläubiger Menschen ver-sichern, daß ihrem Mahomed ein Engel erschienen sep,dieses ändert unser Urtheil nicht. — Die mittelbarenZeugen gelten also weit mehr, als die unmittelbaren,und die Glaubwürdigkeit der letzten nimmt in dem Maarse ab, als sie später gelebt hatten, oder weiter von demOrte entfernt waren, wo die Sache geschehe sepn soll,das ist, die Entfernung nach Zeit und Raum schwächtbas Ansehen der Mittelzeugen in dem Verhältnis, alsZeit und Raum zunehmen. Die sorgfältigsten Unter-suchungen des Geschichtschreibers sind nicht im Stande,so viel Licht über die Geschichte der alten Aegpptier zuverbreiten, als über die der Römer, und über die letzte-re weniger, als über die Geschichte der heutigen Euro-päischen Völker. Di« Geschichte und Geographie derChinese« ist unendlich dürftiger bearbeitet, als die derFranzosen u. s. w.
Da wir von den unmittelbaren Zeugen nicht allesselbst erfahren können, so müssen wir in den meistenFällen mittelbare zu Rache ziehen, und daher prüfen,auf wkkche Act sie ihre Quellen benutzt haben. Diese-