lyo Von der Prüfung der Zeugnisse.
Ingen sind vorzüglich glaubwürdig, die ihre Nachrichtten aus sorgfältigen Untersuchungen der alten Schriftten, Testamente, Monumenten, Münzen u. d. gl. ge,schöpft haben, und ihre Resultate erst a^dann ansstelltten, da sie das Wahre vom Falschen mit kritischemFleisie und Scharfblicke gesichtet hatten. — In man»chen Fällen ist das Zeugniß späterer Schriftsteller zu,weilen dem der gleichzeitigen vorzuziehen, z B. wennes die Geschichte der Höfe, Znkriguen der höher»Staatsbeamten, Anekdoten von dem Gang der öffent,lichen Angelegenheiten, Charakterschilderungen großerHerrn aus manchen geheim gehaltenen Tharsachen u.d. gl. bclrift. Die gleichzeitigen Geschichtschreiber inüftsen mit weit größerer Behutsamkeit verfahren, undManches verschleiern, was «st die Nachwelt laut sagendarf. (Ausnahmen finden sich zur Ehre unscrs Zeit,«lters jetzo mehr, als ehedem, besonders da, wo mandie Publicität nicht zu fürchten Ursache hat, und demfrepmüthigen Analisten, wenn er bescheiden und nu»partheiisch ist, mehr Freiheit gestattet.) Im Ganzensind die gleichzeitigen Geschichtschreiber auch oft deswe«gen nicht im Stande, so richtig zu schreiben , weil ihrnen manche Nachrichten fehlen, die erst später bekanntwerden, wo man weniger Ursache hat, damit geheimzu seyn. Daher würdigt die Geschichte erst nach «in»ger Zeit die Verdienste der Monarchen und ihrer Die,ner, und erzählt ihre Geschichte aufrichtig. Die,welche jetzt verkannt werden, erhalten von der Nach,welk ihr volles Lob, und umgekehrt.
»z) Lin bloßes Gerücht , wovon wan keine un,
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