IZO Von der Prüfung der Zeugnisse. !
bey genauerer Prüfung anders erscheint. Das g« ^wöhnlich« ist nicht immer das Einzige, w»s geschie» Ihet, sondern es giebt viele T'.-iie, wo Erzählungenvon sonderbaren Erschein ngrn, seltsamen Äbeucheuernund Naturveränderungen völlig wahr sind» H-ehek >gehören Erfahrungen von seltenen Krankheiten, Blut.' /regen, Steinregcn, Mißgeburten, Erzählungen voagroßen Gefahren mancher Reifenden zu Land und -Wasser, von Schiffbrüchen, nach denen sich-Menschenviele Wochen lang in zerbrechlichen Kähnen fast ohne 'Nahrungsmittel auf dem Weltmeere hernmtrtiben lie, Isen, und doch gerettet wurden u. d. gl. — So bald §aber an sich unmögliche Dinge in Erzählungen Vor-kommen, so fällt alle Glaubwürdigkeit weg. Dahillgehören viele wunderbare Begebenheiten der Heiligen, ^z. B. daß Franz von Assissi den wilden Thieren ge-predigt habe, und diese ihm mit Andacht zugehvrkHaben daß der Geist eines Verstorbenen durch Zau-berformeln wieder herbeygeführt worden, und seinenBekannten erschienen sey; daß rin unvernünftiges ,Thier rin vernünftiges Gespräch geführt habe; daßrin Mensch durch irgend einen Calcul sein eigenes §oder anderer Menschen künftigrs Schicksal finden kön« §ne u. d. gl»
a) Nur wirkliche Erfahrungen, aber keine Schlüs-se aus Erfahrungen kann man auf das Zeugniß ande-rer Menschen annehmen. Denn vorausgesetzt daß dieErfahrungen richtig sind, kann jeder selbst darübermtheilen, ohne daß er nöthig hat, einem fremden Uc- ^rhrilr ohne Prüfung beyzustimmen. Z. D. daß öfters lSteintliassrN au der Lust auf die Erde herabgefalstn