rzr Von Vermeidung der Jrrthümer. >
sichten eingenommen, halten sich für fehlerfrey, oderwollen wenigstens aus Eitelkeit nicht gestehen, daß siegeirrt haben, und verlangen, daß man ihnen in allem,was sie behaupten, beystimmen soll. Daher entstehe»Demonstrirsucht, Nechthaberey, Widcrsprechungügeist,Entscheidungssucht, und die Neigung, sich durch Son«derbarkeiten und Paradoxien auszuzeichnen.
Von der großen Menge irriger Sätze, die alsMaximen für die Urteilskraft oder Regeln des Hamdelns von vielen Menschen angenommen werden, wol«len wir nur einige anführen. Was selten ist in Klei«düng, Speisen u. d. gl. ist dem gewöhnlichen vorzurziehen. — Diesem entgegengesetzt ist das Vorurtheil, ^daß man sich in seinem Betragen, Sitten, Anzug tc.nach der herrschenden Gewohnheit richten müsse. —Witzige Antworten werden oft für gründliche Beweiseoder Widerlegungen gehalten. Daher kommt eS, daßderjenige, welcher in gewissen Gesellschaften am meistendurch seinen Witz die Menschen amüsirt, auch dieMeinung für sich hat, daß seine Behauptungen richtigseyen. — Der Maasstab, nach welchem die Achtunggegen andere Menschen ausgetheilt wird, wird häufignach Vorurtheilen bestimmt: z. B. Wenn einer reich,glücklich, von vielem Einflüsse ist, so schreibt man ihmgewöhnlich, ohne weitere Prüfung Verstand zu: einanderer, der vielleicht weit mehr Kenntnisse, Ersah«rung und Talente besitzt, aber in seinen Unternehmunigen nicht von dem Glücke begünstigt wird, wird vondem großen Haufen für unklug und ungeschickt ge« jhalten. Viele glauben, daß solche Menschen, die von ianhaltendem Unglück verfolgt werden, besondere Stra«