Druckschrift 
Erste Grundlinien der Logik
Entstehung
Seite
136
Einzelbild herunterladen
 

IA6 Von Vermeidung der Jrrthümer.

diese Nachhülfe für die Erinnerungskraft weniger we-gen der Gefahr zu irren, als aus andern Gründen zuempfehlen ist, so habe ich sie doch hier anführen wol«len, weil die Unterlassung dieser Klugheitsregel; wiedie tägliche Erfahrung lehrt, ost sehr nachthcilig ist.

4. Von dem Mangel der Aufmerksam-

keit, als einer Quelle von Irr-t h ü m e r n.

Daß zur deutlichen und bestimmten Vorstellungvon Gegenständen nicht genug sey, die Merkmale der-selben durch die Sinne aufgefaßk zu haben, sonderndaß noch eine besondere Beachtung ihres Unterschiedsvon ander» Gegenständen, und der wesentlichen Eigen-schaften derselben hinzukommen müsse, ist schon obenbemerkt worden. Wenn man sich bestrebt, unter derMenge von Vorstellungen, die das sinnliche Erkennt-nißvermögen und die Einbildungskraft herbeyführen,und von Begriffen, die der Verstand daraus bildet, ei,um oder mehrere vollkommener und deutlicher einzu-sehen, und daher seine Geisteslhätigkeit von allen an-dern abziehet, und auf diesen einen Punkt hinwendet,so ist man auf den letztem aufmerksam. Wirddieses vernachlässigt, so entstehen oft unrichtige oderhalbwahre Vorstellungen.

1) Wenn z. D. viele Dinge zugleich auf dieSinne wirken, und man will alles zugleich auffassen,so erhält man von nichts eine deutliche Vorstellung.Man überläßt sich mehr leidend den Eindrücken, stattdaß man Mstkhätig nur auf den einen oder den an-