Von Vermeidung der Jrrthümer. izr
weil er überzeugt sey, daß sie dadurch täuschen wolleten. Diese verstellte Drohung wirkte so sehr auf dieEinbildungskraft, daß alle diese Zufälle ausblieben.—Wer sich einbildet, daß ein anderer Mensch sein Feindsey, kann eine unschuldige Rede oder Handlung dessel-ben als beleidigend ansehen, indem er zuviel hineinlegt.Einer der sich einbildet, daß er sich in einem gewissengeistigen oder körperlichen Zustande befinde, wird vonallem, was darauf Beziehung hat, sehr stark afficirtwerden. Noch ein merkwürdiges hieher gehöriges Bei-spiel (aus Moritz Magazin der Erfahrungsseelenkunde,L. Band, gles Stück) will ich anführen. Ein ver-ständiges Frauenzimmer war vom Schlage gerührtworden. Vier Tage nachher bekam sic die Sprachewieder, nun bildete sie sich ein, sie sey gestorben, undbestand hartnäckig auf dem Verlangen, daß sie begrabenwerden müsse. Keine Vorstellung dagegen wollte etwashelfen; man mußte sie als eine Leiche ankleiden (sie selbstsuchte sich so gut als möglich dazu zu kleiden) und ineinen Sarg legen, um sie zu beruhigen Sie fieldarauf in einen tiefen Schlaf, worauf sich diese Einbil-dung auch einige Zeit »erlvhr. Nachher stellte sich die-ser Paroxismus noch einigemal ein, btS sie nach undnach völlig wieder hergestellt wurde.
z) Die Einbildungskraft stellt öfters auch ähnli-che Objekte als einerlei), oder dieselben als verschiedendar. So kann z. B. ein ähnlicher Gcfichtszug einesMenschen mit einem andern, Achnlichkeit ln der Spra-che, Gang, Gestalt rc. die Phantasie verleiten, denletztem für den erster» zu halten: ferner irrt sich man-cher, der sehr von den Eingebungen der Phantasie ber