rzo Von Vermeidung der Jrrthümer.
war. Als er es nachher erfuhr, so fürchtete er sichIhörichter Weise, daß ihm dieses schädlich seyn könnte,und glaubte einige Zeit lang einen Schmerz in den Fin-gern zu empfinden, mit denen er die Schachtel getra-gen halte. Als man ihn von der Unschädlichkeit über-zeugt hatte, so verlohr sich dieser eingebildete Schmerz.— Zwey Freunde wurden zu gleicher Zeit von einemwüthenden Hunde gebissen. Der eine derselben rei-fete kurz hernach weg, und blieb viele Zahre lang ent-fernt, ohne etwas von seinem Freunde zn hören. Die-ser starb an den Folgen des Bisses. Als der Verreisetenach seiner Zurückkunft die träurige Gegebenheit er-fuhr, so zog er sich dieses so sehr zu Gcmüthe, daß ersich einbildere, auch noch die Folge» des Bisses zuempfinden. Er starb wirklich kurz hernach. So starkkann die Einbildungskraft aus den Menschen wirken!Denn es ist höchst wahrscheinlich, daß diese seinen Todbeschleunigt hat, wenn auch vielleicht andere Ursachenmitgewirkt haben. — Ein Arzt erzählt, daß, alssich einstmals in einem Waisenhaus«: ein Kind befun-den habe, das mir der fallenden Sucht behaftet wär,der Anblick dieser fürchterlichen Krankheit auf die an-dern Kinder einen so starken Eindruck gemacht habe,daß viele derselben sich einbildeten, sie seyen von dem-selben Uebel befallen, und jeden Tag einigemal in Zu-ckungen verfielen. Nachdem der Gegenstand, der dieVeranlassung gegeben hatte, weggeschaffl war, versuch-te der Arzt diese eingebildete Krankheit durch Erregungeiner andern Leidenschaft zu heilen, indem er drohte,er würde jedes Kind, das epileptische Zufälle bekäme,harten körperlichen Züchtigungen unterwerfen lassen.