iZ2 Von Vermeidung der Jrrthümer.
herrscht wird, darin, daß er etwas anders ju sehenoder zu hören glaubt, als vorher, wenn es auch nichtlkr Fall ist, weil er den sinnlichen Wahrnehmungenbald diese bald jene Nebenvorstellung beymischt. Wasihm z. B. heute gefiel, gefällt ihm morgen nicht mehr,ein Unternehmen scheint ihm nicht mehr ausführbar,das ihm vorher sehr leicht vorkam, ohnerachtet sich dieUmstände nicht geändert haben u. s. w.
Von den Mitteln, wie eine ausschweifende Ein,bildungskraft im Zaum gehalten werden müsse, damitsie keine Herrschaft über die Vernunft erhalte, ist inder empirischen Psychologie bey dein Abschnitte von derSchwärmer«) und VerstandesveMckung geredet wor,den, daher wir dieses nicht wiederholen wollen.
Was Täuschungen der Phantasie bey einzelnen sinnli«chen Wahrnehmungen betrifft, wenn übrigens Körperund Seele gesund sind, so können dieselbe meistentheilsdurch Aufmerksamkeit, und wiederholte sinnliche Wahr-nehmung vermieden werden. Dazu gehört, daß manbey jeder auffallenden Erscheinung kaltes Blut behalte,und sich nicht von heftig«» Gefühlen Hinreißen lasse, iden Gegenstand durch ein gefärbtes Glas zu betrach, >len, oder ihm etwas beyzulegen, was nur im subjekli- !ven Zustand des Beobachtenden gegründet ist. !
z. Won den Irrungen, die durch das Ge,dächtniß veranlasset werden.
Da die Materialien zum Denken und Unheilesdurch daS Gedächtniß aufbehalken, und zu rechter Zeitherbeygeführt werde» müssen, so muß manch« Zrrung