io4 Von den verschiedenen Graden
rung gelangen werde. Aus moralischen Gründen glauben wir gewiß, daß nach dem Tode eine Vergeltungfür die Handlungen dieses Lebens statt finden werde.Man kann die Wahrheit dieser Sätze nicht aus objek«tivcn Gründen darthun: aber aus subjektiven Grün»den kann sich der Mensch eben so gewiß davon über»zeugen, als wenn er sie auch (auf die Art, wie gevrmetrische Wahrheiten) demonstriren kannte. Einemandern, dem diese subjektive Gründe nicht hinreichendsind, kann man seine eigene Ueberzeugung nicht mit,thcilcn.
Bey manchen Menschen findet man eine Neigung,sich bald überreden zu lassen (Leichtgläubigkeit), beyandern die Neigung, sich hartnäckig gegen Gründe zuverschließen, sich schwer von etwas überreden zu lassen,wenn auch subjektive Gründe genug vorhanden sind( Unglaube). ,
Leichtgläubigkeit in Rücksicht einiger» und Unglau«5e in Rücksicht anderer Punkte finden sich oft verei-nigt. Z> D. Manche ungebildete Menschen trauen je-dem Quacksalber, der ihnen in Krankheiten geschwinrde Hülfe verspricht: hingegen glauben sie nicht denAussagen eines geschickten Arztes, hegen ein ungegrün«detes Mißtrauen gegen seine Vorschriften, weit sie seitne Gründe nicht gehörig fassen, oder Nebenabsichtenbey ihm vermuthen. Wenn man bey dem Glaubenauf die Verschiedenheit der Zwecke sicher, warum manetwas glaubt, so bekommt er darnach verschiedene DerNennungen. Er heißt i) moralischer Glaube,wenn der Zweck eine Erfüllung der Pflicht ist. Z. D.Der Glaub» an die Gottheit ist aus moralischen Grün»