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10 (1848) [Not - Pra]
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Portugal.

kern muß man vor allen Dingen die Reform, den Staat möglichst bequem machen undmit solchen Reformen beginnen, die sich möglichst Vielen mit raschen Vortheilen empfeh-len, ihre ganze Lage günstiger gestaltend. Mit den veränderten Verhältnissen werden dannoft auch die Menschen anders, und so dürfte allerdings die vortheilhafteste Wirkung derneueren Reformen in Portugal: daß nehmlich das Grundeigenthum weiter vertheilt undvon vielen Lasten befreit worden ist, auch das folgenschwerste Moment für die Entwicke-lung und Kräftigung anderweiler Institute sein, die sich bis jetzt unter dortigen Zuständennoch nicht in rechten Segnungen zeigen konnten.

Unter der portugiesischen Krone stehen noch: die in 4 Distrikte getheilten Inseln

des atlantischen Meeres, welche dem europäischen Gebiete gleichgestellt sind, nehmlich:1) der östliche Distrikt der Azoren (Santa Maria und Sao Miguel) mit 18 Quadratm.und 90,000 Einw.; 2) der westliche Distrikt der Azoren (7Inseln) mit38»r Quadratm.und 135,000 Einwohnern; 3) der Distrikt Madeira und Puerto Santo mit 18»c>Quaoratmeilen und 112,500 Einwohnern; 4) die (12) Inseln des Eap Verde mit 149Quadratmeilen und 54,600 Einwohnern. Ferner: O) in Afrika: 1) das Gouverne-ment der Niederlassungen auf der Küste Guinea mit 19-» Quadkiitmeilen und 20,000Einwohnern; 2) das Gouvernement Angola mit 14,750 Quadratmeilen und 376,000Einwohnern; 3) das Gouvernement Mozambique mit 13,500 Quadratmeilen und286,700 Einwohnern. 6) In Asien: 1) das Gouvernement Goa mit 223 Quadrat-meilen und 417,000 Einwohnern; 2) das Gouvernement Dilli auf Timor mit 85Ouadratmeilen und 120,000 Einwohnern; 3) das Gouvernement Macao mit 4-, Qua-dratmeilen und 38,400 Einwohnern. Das sind die spärlichen Trümmer eines einst sounermeßlichen Colonialbesitzes. Portugal hat dabei nur zwei große Städte: Lissabonmit 256,838, Oporto mit 80,000 Einwohnern. Von da sinkt die Zahl gleich auf20,000 (Funchal auf Madeira) herab. Die Bevölkerung ist weit dichter als in Spa-nien, hat aber seit 1835 beträchtlich abgenommen. Die Portugiesen sind, wie der ge-schichtliche Uebecblick ergab, ein Mischvolk und haben, auch in der Sprache, zu den Ele-menten des Spanischen (dem Celtischen, Römischen, Germanischen, Maurischen) auchnoch französische und englische gesellt. Die Juden, die früher in Portugal sehr zahlreichwaren, hatten sich in Folge späterer Verfolgungen (seit König Emanuel) meist verloren— woher die portugiesischen Juden in Amsterdam, Hamburg und anderwärts —- undsind erst in neuerer Zeit wieder, doch spärlich, eingewandert. In den Hafenplätzen deseigentlichen Portugals finden sich gegen 40,000 Kreolen und Neger- In den Colonieenstehen unter portugiesischer Herrschaft gegen 600,00 Neger, 420,000 Hindus und Ma-laien, 64,800 Chinesen. Noch arbeiten, besonders als Lastträger, in Portugal gegen80,000 Gallegos (aus Galicien), und außerdem sollen sich gegen 12,000 Fremde inPortugal aufhalten. Der Portugiese ist gewandter, lebhafter, aber weniger kräftig, festund würdevoll als der Spanier; er hat etwas Französisches in sich, ist leicht erregbar,aber die Erregung ist meist nur äußerlich, nicht tief und nachhaltend; er ist mehr eitel,ruhmredig, als daß spanischer Hochmuth sein Laster, spanischer Stolz seine Tugend wäre.Das Volk in Lissabon und anderen bewegten Städten soll tief verdorben , aber der ächtePortugiese, wenn auch sehr Naturmensch, nicht in dem Schlamme der Hauptstädte,sondern in den Provinzen, auf dem Lande zu suchen sein.

Der Adel zerfällt in die Titulados (Herzöge, Marquezes, Grafen, Viscondesund Barone), welche Grandes des Reichs sind und das Dom vor ihrem Tausnamenführen, und in die Fidalgos, den niederen Adel, woraus sich die Cavalleiros undEscudeiros als ein bevorzugter Ritterstand erheben. — Die Religion anlangend, so sindalle Portugiesen Katholiken; Portugal beherrscht aber eine Anzahl heidnischer Menschen.Die oberste Leitung der portugiesischen Kirche hat der Patriarch von Lissabon, dessen Würdeerst von 1716 stammt und der allemal Cardinal ist. Au seiner erzbischöflichen Diöcesegehören die Bisthümer von Castello-Branco, Guarda, Lamego, Leina und Portalegreso wie die der Colonieen zu Funchal und Angra. Außerdem hat Portugal noch 2 Erzbis-thümer: das nördliche zu Braga, dessen Erzbischof Primas des Reichs ist und dieBisthümer Porto, Viseu, Coimbra, Braganqa nebst Miranda, Aveiro und Pinhel unter