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Norwegen (historisch und statistisch).
Vernachlässigung des Bodens, und schon im Jahr 1821 erließ der Storthing ein Gesetzüber erbliche Theilungen der Uecker, welche in den nächsten 8 Jahren ducchgeführt werdensollten, zum Theil aber noch nicht zu Stande kamen. — Dagegen wurden manche großeGüter parcellirt und zu lebenslänglicher Pacht ausgegeben, auch der Staat parcellirte undverwandelte die ihm gehörigen Pachtgüter in freies Eigenthum, wodurch die Zahl der Be-sitzer ansehnlich vermehrt wurde. Von 1822 bis 1838 wurden auf dieseWeise allein3112Bauerngüter parcellirt und verkauft. Vom Jahr 1825 bis zum Jahr 1835 vermehrtesich die Zahl der Grundbesitzer in Norwegen von 90,385 bis zu 105,000. — Der Grund-werth, welcher im Jahr 1802 nur 25^ Million Species betrug, war im Jahr 1839 auf64 Millionen Species Silber gestiegen.
Eine wohlthätige Einrichtung sind die Getreidemagazine der Gemeinden, aus welchenjeder Ackerbauer Saatkorn erhalten kann, unter der Verpflichtung, es im Herbst mit 12^Procent Zinsen zurückzugebcn. — Dieser hohe Zins ist jedoch drückend und ungerecht, be-sonders da dem ärmsten Theil der Ackerbauer Hilfe geleistet werden soll^ und läßt eine an-dere Organisation wünschen. Im Jahr 1835 waren in den Magazinen 87,600 TonnenGetreide vorräthig.
Die Industrie ist in Norwegen gering, besonders aus Mangel an Arbeitskräften,wodurch der Arbeitslohn vertheuert wird, so auch durch die Natur des Gebirgslandes,welches die Verbindungen erschwert. Trotz der ungeheueren Wasserkräfte Norwegensbleibt diesem meist die Concurrenz unmöglich. Mangel an Capital, Mangel an Unter-nehmungsgeist und Unkenntniß oder Abneigung gegen industrielle Thätigkeit, die in derstabilen Schwere dieser an ein Nalurleben und dessen Beschäftigungen gewöhnten Bevöl-kerung wurzeln, gesellen sich dazu und bewirken nur langsame Entwickelungen. Ham-burg und Altona versorgen das Land mir allen nöthigen Vorräthen und Waaren undnehmen an Aahlungsstatt dafür einen bedeutenden Theil der Fischwaaren sammt Thranund Holz der Ausfuhr an. Der norwegische Handel ist aber auch für Deutschland keinbesonders heilbringender, denn lange Credite und die Unsicherheit der Zahlungen bringenviele Verluste mit sich. — Wie die Industrie Norwegens beschaffen ist, ersieht man ausden Tabellen, welche 3398 Sägemühlen und 366 Branntweinbrennereien angeben;ferner 193 Ziegelbrennereien, 79 Tabaksfabriken, 29 Fabriken von Tauwerk, 8 Pa-pierfabriken, 5Oelmühlen, 5 Pulvermühlen ^darunter die des Staates in Kongsberg),4 Zuckerraffineuren, 3 Seifensiedereien, 3 Kupferwalzwerke und 2 Eisendrahtsabriken- —Es fehlt dem Lande danach jede Art von Manufaktur für Wolle, Baumwollen - undLeinenwaaren, und selbst das Bestehende ist meist noch in den Anfängen.
In den metallinischen Schätzen des Landes steht das Eisen voran, und wenn auchNorwegen darin weder an Güte noch an Fülle des Materials dem benachbarten Schwe-den gleichkommt, so besitzt es doch viele bedeutende Eisenwerke, von denen im Jahre 183532,810 Schiffspfund Roheisen, 8548 Schiffspfund Gußeisen und 11,830 SchiffspfundStabeisen pcoducirt wurden. — Das große Kupferwerk Köraas liefert jährlich 2000Schiffspfund Kupfer von vorzüglicher Qualität, die von Engländern bearbeiteten Kupfer-werke in Kaafjod, unter dem 70. Breitengrade, sind dagegen unbedeutend und dem Un-tergänge nahe. —' Das Silberbergwerk Konqsbecg haben wir schon erwähnt. — Eingroßes Blaufarbenbergwerk ist in Moduun. Dem norwegischen Bergbau sehr nachtheiligist der Mangel an Steinkohlen. Alle Schmelzarbeiten müssen mittelst Holzfcuer verrich-tet werden, was auf die Verminderung der Wälder zurückwirkt.
Die Einfuhr in Norwegen an gefärbter und roher Leinwand, grobem und feinemSegeltuch, wollenen und baumwollenen Manufacturwaaren und Seidenwaaren betrugim Jahre 1838 nahe an 2MillionenPfund, im Werthe von mehr als einsrMillion Spe-cieskhaler. — Dazu Hanf 1,842,456 Pfund, Werg und Flachs 972,644 Pfund;Salz 361,404 Tonnen; Kaffee 2,459,674 Pfund; Zucker 3,555,291 Pfund; Taback1,290,711 Pfund; Franzbranntwein, Rum und Arac 736,473 Pott; Wein 470,741Pott; Fleiich und Speck 934,255 Pfund, Butter 1,427,366 Pfund, Käse528,581 Pfund. — Hierzu kommt eine bedeutende Einfuhr von Oel, Seift, Fayenceund allen möglichen Arten kurze Waaren, Toilette - und Modeartikel, Hüte, Kleiber u. s. w.