Druckschrift 
9 (1847) [Men - Nor]
Entstehung
Seite
778
Einzelbild herunterladen
 

778

Norwegen (historisch «n- statistisch.)

sammt 7 bis 800,000 Tonnen Getreide. Der Gesammtwerth der jährlichen Einfuhrbeträgt durchschnittlich 4 bis 5 Millionen Silber-Species.

Den wichtigsten Theil der Ausfuhr liefert das Meer durch den Fischfang, Hummer-sang u.s.w. Häringsfang wird an der ganzen Küste getrieben und in guten Jahren400,000 bis 500,000 Tonnen Häringe ausgeführt, wovon allein auf Bergen 300,000Tonnen kommen. Der Kabliaufang auf den Lofodeninseln und in Finmarken liefertjährlich 150,000 Schiffspfund Stockfisch und Klippfisch, dazu 30,000 Tonnen Thranund 20,000 Tonnen Rogen. Hummer werden durchschnittlich jährlich 600,000 vor-züglich nach England verkauft.

Der Holzhandel ist kaum weniger gering.Die Wälder Norwegens sind jedochzum Theil verwüstet, eine geregelte Forstcultur ist nicht vorhanden, trotz der UngeheuernVorräthe daher zu fürchten, daß dieser Handel abnehmen wird, wenn der Staat nichtbei Zeiten ordnend einschreitet.

Den Totalwerth der Ausfuhrartikel berechnet Schweigaard auf 6,230,000 Species,nehmlich: Werth der Fischwaaren: 2,480,000 Speciesthaler > 200,000 Last Holz:1,680,000 Speciesthaler Produkte der Bergwerke: 530,000 Speciesthaler Federnund andere wenig bedeutende Gegenstände: 65,000 Speciesthaler. Hiezu Frachtver-dienst: 1,470,000 Thaler.

Die Bilanz zwischen Ausfuhr und Einfuhr ist somit sehr günstig für Norwegen, siekann es aber nur so lange sein, als der Fischfang, namentlich der Häringsfang,einen so reichen Ertrag gewährt, wie dies in den letzten Decennien der Fall war. DasErscheinen des Härings an der Küste und das Zu - und Abnehmen der ungeheuren-ringsschipärme, welche, um zu laichen, die Felsen und Klippen Norwegens aussuchen, istdaher von äußerster Wichtigkeit für den Wohlstand des Landes. Ganz Dasselbe gilt fürden Fang des Kabltaus im großen Westfjocd, der dem Norden, bis Trondhjem hinab,reichlichen Verdienst sichert. Es sind bei diesem Fange wenigstens 20,000 Menschen be-schäftigt, eben so viele mit der Häringsfischerei.

Aus den Ausfuhr - und Einfuhrzöllen und den Schiffsabgaben zieht der Staateinen großen Theil seiner Einnahmen, und diese sind bei wachsender Ein- und Ausfuhrstets im Steigen geblieben. Die Ausfuhrzölle sind nach und nach bis auf die Hälfteherabgesetzt worden und werden überdies in Zetteln entrichtet, was jetzt, wo das Papier-geld den Paricours hat, dem Silber am Werthe gleichkommt. Die Einfuhr bezahlt fünfbis fünfundzwanzig Procent vom Werth. Im Jahre 1821 brachten die Zölle 90,190Thaler Silber und 1,119,086 Speciesthaler Zettel; im Jahre 1822 aber schon 337,769Speciesthaler Silber und 534,507 Speciesthaler Zettel; 1830 erreichten sie 808,754Speciesthaler Silber und 502,945 Speciesthaler Zettel; endlich 1838: 1,343,760Speciesthaler Silber und 456,166 Speciesthaler Zettel.

Die Einfuhr hat demnach ungemein rasch zugenommen und auch die Ausfuhr trotzder ermäßigten Steuersätze eine bedeutende Einnahme gebracht.-Das Gesammt-einkommen des Staates ist seit 1815 von 1,437,100 Speciesthalern auf 3,514,200Speciesthaler gestiegen, disGesammtausgaben stiegen v. 1,401,676 auf 2,242,300Speciesthaler. Es ist daher in letzter Zeit regelmäßig ein Jahresüberschuß vondurchschnittlich einer Million Speciesthaler der Nation verblieben und hat zur Abtragungder Staatsschuld, zu Verbesserungen und Unterstützungen aller Art und zur Anlage einesReservefonds verwendet werden können.

Das Aufblühen des Handels, der mit dem Auslande nur durch die Schifffahrt ver-mittelt werden kann, mußte diesem Zweig gewerblicher Thätigkeit besonders nützlich wer-den. Die Handelsmarine hat sich daher vortheilhaft gehoben, und die Billigkeit desSchiffbaues trug nicht wenig dazu bei, die Zahl der Fahrzeuge zu verdoppeln. Eswurden in den Jahren von 1815 bis 1838 in Norwegen 1180 neue Schiffe gebaut,welche 27,231 Commerzlasten Gehalt hatten. Durchgängig wird von Tannenholz ge-baut und selten ein Schiff gekupfert, weil nur sehr wenige zu Fahrten außerhalb der euro-päischen Meere dienen. Die Schiffe sind daher weniger dauerhaft, meist kleine Scho-ner und Slops, aber sie genügen zum Härings - und Fischtransport und bedürfen nur