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9 (1847) [Men - Nor]
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324
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324 Münzwesen.

sie es nicht aus dem Gepräge sähen und aus der Benennung Härten. Ein Thaler istihnen ein Thaler, weil er so genannt wird, es hat der neue Thaler in ihren Augen eben sovielen Werth wie der abgenutzte, und von einem möglichen Unterschiede im Feingehalteerfahren sie gewöhnlich erst sehr spät Etwas.

Indessen giebt es immer in der Gesellschaft eine Menge von Personen, die, mit denVerhältnissen vertrauter, die Unklugheit und die geringe Erfahrung der Menge zu be-nutzen verstehen. Die Arten, auf welche die Gesellschaft ausgebeutet wird, sind sehr ver-schieden. Auch die Münze dient häufig dazu. Sobald Einige bemerken, daß ein Staatgeringere Münzen schlägt als der andere, so ziehen sie augenblicklich Nutzen davon. Siekaufen diese Münzen natürlich wohlfeiler ein, versuchen aber, sie in dem Staate, derbessere Münzen hat, in gleichem Nominalwerthe mit denselben auszugeben. Die-ses geschieht zuerst im Detailverkehre, und die unkundige Menge, die noch keine Ahnungvon dem schlechteren inneren Gehalte der fremden Münze hat, nimmt sie, besonders wennsie gleichnamig mit der Landesmünze, von ziemlich gleicher Größe und von gleicher Ein-theilung ist, leichtauch zu dergleichen Geltung an. Ist Dieses erst gelungen, so wirdnach und nach eine immer größere Menge derselben in Umlauf gesetzt und dafür einegleiche Menge der besseren Münzen, die man dagegen eintauscht, dem Umlauf entzogen,eingeschmolzen, und die guten Münzen verschwinden nach und nach aus dem Umlaufe.Je mehr sie verschwinden, desto mehr drängt sich das geringere Geld in die Zahlungen ein,und endlich kann man es gar nicht mehr entfernen, weil es sonst an Umlaufsmittel fehlenwürde. Erkennt man daher auch endlich den geringeren Werth derselben, so erhält esdoch nun, wie in der deutschen Münzgeschichte vielfachzu bemerken ist, die Nothwendig-keit, die Unentbehrlichkeit im Umlaufe, obwohl von diesem Augenblicke an die Preise allerGüter steigen. So zwang die Unentbehrlichkeit früher in Süddeutschland zu Beibehal-tung des Laub - und Kronenthalers zu erhöhtem Eourse, und gleicher Weise in Sach-sen der Münzmangel zu Benutzung der polnischen Ein - und Zweiguldenstücke, als^ und H Thaler, ungeachtet sie erweislich 3Z Proc. geringer sind als preußisches Courant.

Haben sich aber einmal die Preise und mit ihnen ja gewöhnlich zuerst die Preise desGoldes und des Silbers höher gestellt, so ist auch der bessere Münzfuß nicht mehr haltbar.Wie viel der Staat auch an neuen Münzen ausprägen mag, sie verschwinden augenblick-lich aus dem Umlaufe, während das schlechte Geld aus Nothwendigkeit sich fortwährendin demselben erhalt. Der Staat hatnun nur noch die Wahl, entweder selbst zu dem schlech-teren Münzfüße überzugehen, oder seinen Münzen einen höheren äußerlichen Werth bei-zulegen, was in der Hauptsache Dasselbe ist, oder endlich er muß die sämmtliche umlau-fende Münzmasse einziehen und in bessere umprägen lassen, was freilich mit großenKosten verknüpft ist und daher gewöhnlich die Veranlassung wird, daß zu einem der bei-den ersten Auskunftsmittel die Zuflucht genommen wird.

Indessen läßt sich die Verringerung des Feingehaltes nur durch Vermehrung des Zu-satzes erzielen; sie müßte daher ihre endliche natürliche Gränze finden, und die Erhöhungdes äußerlichen Werthes ist ihr am Ende vorzuziehen, obwohl sie auch mannigfaltigeNachtheile hat. Darum entsteht noch die Frage: was kann geschehen, um das Eindrin-gen fremder geringhaltiger und schlechter Münzen zu hindern ?

Wir antworten: es kommt Dieses auf die verschiedenen Verhältnisse an, und dieSachen stellen sich anders, je nachdem von grobem Courant, oder von Scheidemünze,von großen oder von kleinen Staaten die Rede ist. Der kleine Staat hat, aus dem be-reits früher angegebenen Grunde, kein Mittel, das Eindringen der schlechten Courant-'münze des größeren Staates zu verhindern, und er thut daher am Besten, den Münzfußdes größeren Staates anzunehmen, und zwar demjenigen seiner großen Nachbarn zu fol-gen, welcher den leichteren Münzfuß hat.

Scheidemünzen lassen sich allenfalls noch dadurch etwas abhalten, wenn der Staatselbst einen hinreichenden Vorrath davon ausprägt und ihnen von der Scheidemünze derNachbarn abweichende Benennungen und Eintheilungen giebt, so daß sie mit denen desNachbars keine gleiche Geltung haben. Große Staaten dagegen können es eher dadurch