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9 (1847) [Men - Nor]
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323
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'nzwesen. 323

fast eben so stark ist wie die in Oesterreich und 1,200,000 Th'aler pr. Cour, betragt,so würden, wenn man auch ^Proc., also noch etwas mehr als Jacob*), auf die jähr-liche Abnutzung und eben so viel auf Zerstörung durch Feuer u. s. w. rechnen wollte, waswahrscheinlich viel zu hoch ist, über 500,000,000 Thaler umlaufen können, ohne daß esan Zuschüsse fehlen dürfte. Auch in den Zollvereinsstaaten stellt sich daher noch ein be-deutender Ueberschuß der Silberproduction über den Bedarf heraus.

Indessen ist sehr wohl zu bedenken, daß die Silberproduction in Deutschland immerkostspieliger wird, und daß z. B. in Sachsen, dem Hauptsitze der Bergwerke in den Ver-einsstaaten, die Gewinnung des Silbers auf einen längeren Zeitraum hinaus nur nochdurch die Führung eines langen und tiefen Stollens, aus dem Gebirge bis in die Elbe,gesichert werden kann, dessen Kosten auf 13 Mill. Thaler veranschlagt sind, bei der Aus-führung aber wohl bedeutend höher ansteigen möchten. Daraus erhellet, daß in nicht sogar ferner Zeit die Produktionskosten des Silbers steigen müssen, und daß diese Stei-gerung kaum ohne Rückwirkung aus den Werth des Silbers bleiben kann, sondern viel-mehr denselben erhöhen muß. Es kann also und wird wahrscheinlich in nicht gar fernerZukunft ein Steigen des Silberwerthes in Deutschland eintreten, wenn sich auch dieQuantität desselben nicht vermindert.

Es ist weiter zu bemerken, daß, wenn auch das deutsche Silbererzeugniß für dendeutschen Bedarf, der Quantität nach, überreichlich auslangt, dieser Umstand doch nichthindern kann, daß ein aus den oben bezeichnten Ursachen beruhendes Steigen des Silber-werthes am Weltmärkte sehr bald auf den deutschen Markt einwirken und demselben dasSilber auf eine oder die andre Weise entführen und somit unvermeidlich dessen Werthendlich erhöhen müßte.

Unser Reichthum an Silber ist daher zwar allerdings vortheilhaft, aber er kann unsniemals gegen die Besorgniß eines fortwährenden Steigens des Silberwerths an sichsichern, und es ist daher gewiß räthlich, sich damit im Voraus vertraut zu machen und aufgeeignete Mittel zur Beseitigung der aus dem Steigen desselben hervorgehenden Nach-theile zu denken, die freilich kaum in etwas Anderem als in einem wohlgeordneten undfundirten Banksysteme zu finden sein möchten.

Endlich dienen die Bemerkungen, welche wir über die Folgen des Steigens und Fal-lens des Werthes der Münzen gemacht haben, zugleich dazu, die früher häufig gestellteund gewöhnlich bejahend beantwortete Frage: ob es gleichgültig sei, ob ein Volk mehroder weniger Münze besitze, oder ob sich dessen Münzvorrath mehre oder mindere, vonNeuem in Zweifel zu ziehen und die Antwort dahin zu berichtigen: daß, wenn sich auchendlich Alles ausgleicht, doch eine Vermehrung über den Bedarf, bis zu hergestelltemGleichgewichte, wenn sie auch ein momentanes Fallen des Werthes der Münzen herbei-sühre, im Allgemeinen wohlkhätiger sei als eine Verminderung, die, bis zu hergestell-tem Gleichgewichte, ein Steigen des Werthes der Münzen zur Folge haben muß, welchesnothwendig aus dem gleichen Grunde wie das Steigen des Werthes der edlen Metalleeinen Theil des Einkommens der producirenden Elasten auf die unproductiven übertragenund daher auf den Nationalwohlstand nachtheiliger einwirken muß.

Schließlich ist noch zu betrachten, welche Maßregeln wohl anzuwenden sind, umdas Eindringen fremder.schlechter und geringhaltiger Münzen in einem Staate möglichstzu vermeiden. Es ist eine durch die Erfahrung und die Geschichte vielfach bestätigteThatsache, 1> das Eindringen schlechter und geringer Münzen überall zuletzt Unordnun-gen in das Geldwesen bringt und die Oberhand über die bessere Münze gewinnt, sei es,weil im materiellen Reiche überhaupt das Schlechte die Oberhand hat und nur im Reichedes Geistes auf einen endlichen entschiedenen Sieg des Guten Hoffnung ist, oder weilmehrfache besondere Ursachen daraufhinwirken.

Die Sache selbst aber geht so zu. Die Massen sind unbekannt mit der Natur desGeld - und Münzwesens, ja sie würden nicht wissen, was ein Geldstück werth ist, wenn

*) Ueher Production und Consumtion der edlen Metalle, a. d. Englischen übersetzt vonKleinschrodt. Leipzig 1838. LH. 2. S. 143.

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