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9 (1847) [Men - Nor]
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322
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322 Münzwesen.

so oder anders verwendet, bringt nicht die gleichen Erfolge hervor. Tausend Thaler aufden Anbau von Ländereien, aus Maschinen oder Arbeitslöhne verwendet, stellen sich nacheiniger Zeit mit einem der Dauer, die zu ihrer Reproduction erfordert wird, angemessenenGewinne wieder her. Dieselbe Summe, auf Bezahlung von Dienstleistungen und Ge-nüsse verwendet, ist, nach der Consumtion derselben, verloren. Nimmt man nun dieseSumme oder den Werth derselben Dem, der sie auf die zuerst angegebene Weise anlegenwürde, z. B. dem Pachter, um sie dem großen Grundbesitzer zuzuwenden, der sie fürDienste und Genüsse verwendet: so ist sehr klar, daß sie der Reproduction entzogen undder Eonsumtion zugewendet wird, daß also der allgemeine Wohlstand dabei benachtheiligtwird, wogegen bei einer Uebertragung derselben von den unproductiven aus die prvdu-cirenden Classen der allgemeine Wohlstarid gewinnt.

Allerdings verlieren in dem letzteren Falle die unproductiven Classen, und es ist umdeswillen zu wünschen, daß gar keine solchen Schwankungen Vorkommen möchten. Wennsie aber eintreten, so ist das Steigen des Werthes der Münzen weit das nachtheiligereEreigniß.

Nun ist allerdings, nach den oben angegebenen Thatsachen, ein Steigen des Wer-thes der edlen Metalle im Allgemeinen wohl kaum zu verkennen, und es dürfen die aufdie Umstände gegründeten Besorgnisse, daß dieses Steigen ein fortwährendes sein könne,nicht so schlechthin von der Hand gewiesen werden. Dann aber würden sich Ackerbau undIndustrie fortwährend in einer gedrückten Lage finden, wenn es nicht gelänge, neue undzuverlässigere Circulationsmittel zu erfinden, mm die zu befürchtenden Nachtheile zubeseitigen.

Daher machte Poulett Scrope in England*) den Vorschlag zu Einführung einerauf Sicherstellung, entweder durch Capital oder durch Grundbesitz, fundirten Ccedik-münze, etwa nach Art der schottischen Banken; es wurde zu gleicher Zeit bei dem Par-lamente eine darauf bezügliche Petition eingereicht, und es ist dabei besonders der Vorschlagbemerklich, daß, um die zu große Vermehrung der Creditmünze zu verhindern, die Bank-anstalten genöthigt werden sollten, ihre eigenen Noten als Depositen anzunehmen undlandüblich zu verzinsen.

Es ist hier nicht der Ort, weiter in das Formelle der vorgeschlagenen Bankanstalteneinzugehen, da alle diese Vorschläge nur überhaupt und nur in so weit in Betracht kom-men dürfen, als sie für das Münzwesen im Allgemeinen wichtige Fragen berühren und ge-eignet sind, Besorgnisse für seine Zukunft zu erregen.

Indessen stellt sich aus allen Umständen heraus, daß dem Münzwesen im Allge-meinen noch sehr wichtige Veränderungen bevorstehen können, und man darf so viel, auchin Bezug auf Deutschland, wohl schon jetzt annehmen, daß sich mit dem zunehmendenVerkehre auch ein immer weiter sich ausbreitendes Banksystem entwickeln wird, -wie diesesin allen Ländern, wo größerer Verkehr statlsindet, bereits geschehen ist.

Allerdings ist Deutschland im Besitze zahlreicher und gut betriebener Silberberg-werke. Die Ausbeute an Silber wird

in den Zollvereinsstaaten auf etwa 1,200,000 Thlr. pr. Cour,

in Oesterreich (nach Becher) - - 1,300,000 - - -

in Braunschweig ».Hannover - - 640,000 - - -

zusammen also auf 3,140,000 Thlr. geschäht.

Oesterreich, wo die Banknoten das Hauptcirculationsmittel im Inneren bilden, er-zeugt daher gewiß mehr Silber, als es zu Ergänzung der durch Abnutzung und Zerstö-rung entstehenden Verluste seiner Münzen bedarf. Bei Braunschweig und Hannovertritt, wegen ihrer geringen Bevölkerung, muthmaßlich dasselbe Verhältniß ein. .

In den Zollvereinsstaaten mag zwar, trotz ihres geringeren Umsanges und ihrer ge-ringeren Bevölkerung, mehr Silbergeld umlaufen als in Oesterreich, h>eil es jenen aneinem umfassenden Banksysteme fehlt. Da indessen die Silbererzeugung in denselben

*) On Oreäit-Lurrenr^ ans lts superiorit^ to «oin. I-vnäon 1830.