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9 (1847) [Men - Nor]
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321
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Münzwefen. 321

fall gekommen, daß die jährliche Ausbeute an Silber und Gold, die bis zu dem Jahre1812 durchschnittlich auf 47 Mill. Dollars berechnet wurde, gegenwärtig auf etwa 15Mill. Dollars herabgesunken ist. Die Umstande haben sich so gestellt, daß, wenn er sichauch künftig wieder heben sollte, doch die Production mit größeren Kosten verbundensein muß, und es treten natürlich auch in allen anderen Bergwerken nach und nach, inBezug auf den Kostenpunkt, die nehmlichen Verhältnisse in dem Maße ein, in welchemman tiefer in die Erde eindringen muß, um ihr die edlen Metalle abzugewinnen. MancheBergwerke erschöpfen sich auch wohl endlich, und die Aussicht, neue zu entdecken, ist viel ge-ringer als früher, weil schon zu viele Gegenden der Erde durchforscht sind.

Da nun in der gleichen Zeit, in welcher die jährliche Ausbeute der Bergwerke sich sobedeutend vermindert hat, auch die während der früheren Kriegsperioden in Umlauf gesetztegroße Menge von Papiergeld theilweise eingezogen worden ist, Abnutzung und Verlusteaber den Werth und den Betrag der umlaufenden Münze gemindert haben, während derVerkehr wie der Verbrauch der edlen Metalle zu Schmuck und in den Fabriken immer zu-genommen hat und noch zunimmt: so ist dadurch eine Steigerung des Werthes der edlenMetalle, seit etwa 1812, eingetreten, welche man auf 2530 Proc. rechnet, die sich na-türlich auch den daraus geprägten Münzen mitgetheilt und wenigstens theilweise auf dieeingetretene Erniedrigung der Geldpreise der meisten Waaren eingewirkt hat. Aendernsich die Umstände, wie wohl zu vermuthen steht, nicht, so ist, da die neuerdings vermehrteAusbeute der russischen Bergwerke den bei der Ausbeute in Amerika entstandenen Ausfallweit nicht zu decken vermag, ein weiteres Steigen des WertheS der edlen Metalle wohl mitRecht zu besorgen.

Ein solches Steigen aber ist den productiven Classen der Gesellschaft und somit demallgemeinen Wohlstände nachtheilig. In jedem Staate besteht eine Menge von Geld-verbindlichkeiten u) zwischen den unproductiven Classen unter sich, 5) zwischen den pro-ductiven Classen unter sich, und c) zwischen den productiven Classen und den unproduc-tiven Classen gegenseitig. Es ist in dem letzten Falle die productive Classe, welche diemeisten Verbindlichkeiten gegen die unproductive Classe hat, und diese Verbindlichkeitensind, wie Capitalzins, Pachtrente u. s. w., gewöhnlich auf längere Zeit festgestellt.

Sobald nun ein Steigen des Werthes der edlen Metalle und folgerecht mit ihm einSteigen des Werthes der Münze eintritt, so ändern sich von diesem Augenblicke an sofortdie Preise aller anderen der Münze gegenüberstehenden Waaren. Sie beginnen zu sin-ken, und der Producent erhält nicht mehr dieselbe Quantität Münze dafür, die er früherfür dieselben bezog. Zwar kaust nun die geringere Summe der Münze, die der Produ-cent erhält, eine verhältnißmaßig größere Quantität von Waaren ein; aber er kann sie,sofern er für längere Zeit festgestellte Geldverbindlichkeiten hat, nicht in ihrer Totalitätdazu verwenden. Diese muß er, ungeachtet des gestiegenen Werthes derselben, fortwäh-rend mit derselben Quantität von Münze erfüllen; es bleibt ihm gegen früher eine gerin-gere Summe derselben zum Waarenankaufe übrig, für welche er nun, trotz der gefallenenWaarenpreise, weniger Waaren erhält als früher. Bei den gegenseitigen Verbindlich-keiten der productiven Classen unter einander gleicht sich Dieses wohl aus, weil jeder Pro-ducent nach verschiedenen Seiten Gläubiger und Schuldner ist und somit auf der einenSeite gewinnt, was er auf der anderen vertiert. Anders aber stellen sich die Verhält-nisse in Bezug auf die Geldverbindlichkeiten zwischen der productiven und der unproduc-tiven Classe.

Bei diesen ist die letztere gewöhnlich der Gläubiger, und die Verbindlichkeiten sindauf längere Zeit hinaus festgestellt. Offenbar sind hier die producirenden Classen die ver-lierenden, denn sie müssen fortwährend denselben Betrag an Münzen zahlen, obwohl ereinen höheren Werth erlangt hat > die unproductiven Classen dagegen gewinnen, denn sieerhalten für denselben Betrag an Münze eine größere Menge von Genußmitteln. Ge-winn und Verlust gleichen sich allerdings, an sich betrachtet, auch hier aus. Allein dieFolgen sind ganz verschieden. Es wird nehmlich auf diese Weise ein Theil des zeitherigenEinkommens der productiven Classen auf die unproductiven Classen übergetragen und so-mit die zeitherige Bestimmung und Verwendung desselben geändert. Dieselbe Summe,Staats-Lerikon. IX. 21