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7 (1847) [Hex - Jus]
Entstehung
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Ideen.

res endlich sich bei uns entwickelte, immer klarer erkannt zu werden anfangt, ist gewiß.Doch ist hierfür nock viel zu thun, wie auch der Ausspruch eines unsrer berühmtestenPublicisten andeutet, mit dem wir beginnen.

K. S. Zackaria sagt in seinem Hauptwerke (40 Bücher vom Staat Bd. l. 1820.S.428):Dem sei, wie ihm sei,-so stehrdoch der Mensch, so steht doch der Staatund die bürgerliche Gesellschaft weit mebr unter dem Einflüsse derIdeen, als besondersStaatsmänner zu glauben geneigt sind. Der Staat und die Staatsgewalt sind Ver-nunftvorstellungen und viele der gemeinsten Handlungen und Maßregeln der Regierungberuhen auf den innersten Offenbarungen der Vernunft. Es liegt ferner einem jeden inder Erfahrung bestehenden Staate eine gewisse Idee, ein gewisses Gemeinbild zumGrunde (gerade so wie einer jeden Gattung organischer Wesen ein gewisses Gemeinbildzu Grunde liegt), welches, mag es nun in bestimmten Zügen auch nur dunkel dem Volkevvrschweben, den wesentlichsten Einfluß auf die Entwickelung der Verfassung und auf denGeist der Regierung hat. Der Kampf umFreiheit und Unabhängigkeit, wel-cher das große Thema der Staatengeschichte ist, hat seinen letzten Grund in den Streit-fragen, in welche sich die Vernunft, den letzten Gründen der Dinge nachforschend,verwickelt sieht. Und wie wichtig ist die Rolle, welche gewisseIdeen in der Geschichteeinzelner Völker (z. B. die Idee des Schicksals in der Geschichte der Bekenner des Islam)spielen! Wenigstens je höher der Mensch stehen will oder stehen soll, desto mehr mußer derIdeenwelk befreundet sein. Nicht deswegen heißen Gustav Adolph undPeterl. groß, weil sie äußerlich große Thaten verrichteten, sondern weil man anNehmendarf, daß sie von Ideen begeistert wurden. Nicht deswegen sinken Karl Xis. undBonaparte, mit Jenen verglichen, in der Wagschale, weil sie nicht endeten, wieslebegannen, sondern deswegen, weil ihren Unternehmungen eine höhereBeziehungabging. Und was würde überhaupt daS Menschengeschlecht sein, wenn ihm nicht dieMusterbilder der Vernunft unaufhörlich ein höheres Ziel vorhielten ?"

In ähnlichem Sinne sagt der geistvolle Graf v. Giech "):Ideen gehen wie Sternean dem Himmel der Menschheit auf und unter. Oft leuchten sie, oft nicht und es wandeltdie Menschheit zu einer Zeit in der Finsternis der Rohheit und Uncullur, zur andern Zeitim Sonnenlichte der Erkenntniß."

Uns Deutschen leuchten in der Gegenwart viele schöne Gestirne; aber sie er-scheinen zwischen ziehenden Wolken in wechselndem Lichtebald hell blinkend, bald inDunkel verhüllt."

'Ideen tragen die Garantiß ihrer Wahrheit in sich. Sie sind über Zeit und Orterhaben. Sie können da und dort noch nicht an der Zeit sein : das vermag aber ihrenWerth und ihre Bedeutung nickt zu vermindern. Sie sind wie das Gesetz, dessen Aus-führung nach Zeit und Ort die Erecution übernimmt; die Execution liegt aber in Gegen-wart und Zukunft. Die einzelnen Individuen, in denen die Ideen der Zeit erwachen,stehen in der Gegenwart und der beschrankte Blick der Gegenwart kann sie mißdeutenoder gar nicht verstehen; sie aber sckauen in die Zukunft und von der Zukunft dürfen sieihre Rechtfertigung erhalten."

Besonders lehrreich hat sich über die Macht der Ideen und die Unzulänglichkeitdes materiellen Widerstandes gegen sie, besonders von Seiten der politischenMachthaber, Görres in seiner SchriftDeutschland und die Revolution" (1819)ausgesprochen (S. 125):

Es brauchte in allen Zeiten die Vorsehung, wenn es mit den Staaten auf diesenPunkt gekommen war (nehmlich wenn das politische und moralisch-religiöse Leben einesVolkes in seinen Institutionen und Formen erstarrt war und ein Geist der Verwesung indem Staatsgebände umging), das Mittel der Völkerwanderung, indem sie dieBrunnen der Tiefe eröffnet« und durch Fluchen von Barbaren, die sich über die Hin-welkenden ergossen, von unten herauf durch neues Blut das stockende Leben erfrischte und

11) Ansichten üb. Staats- u. bff. Leben S. 256 f. 262 f.