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7 (1847) [Hex - Jus]
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Ideen.

demüthigt oder gekränkt worden war, zusammengesetzt, hatte sie den Stachel der Schwa-chen und Unterdrückten: das natürliche Recht, das Geheimniß, den Fanatismusund die Rachsucht. Da ihr der Boden fehlte, suchte sie ihre Stütze im Himmel und ihremoralische Kraft entschlüpfte der materiellen Macht Napoleon's." Dannwird von dem Tugendbunde geredet und dem Freiherrn von Stein sowie von derVergeblichkeit aller polizeilichen Verfolgungen, vonVerschwörungen, die nicht blos aufInteressen und Leidenschaften, sondern sogar auf die Gewissen bastrt sind."DieserBrennpunkt zündete in immer größeren Entfernungen; er griff die Macht Napoleon's in deröffentlichen Meinung von ganz Deutschland an und bedrohete, bis nach Italien hinwirkend,seine ganze Existenz. Schon hatte es sich gezeigt, daß, im Fall die Umstände für uns un-günstig werden sollten, es nicht an Menschen fehlen würde, dieselben zu benutzen. ImZahr 1809 und noch vor dem Unfall von Eßlingen sah man einige Preußen zuerst gegenNapoleon die Fahne der Unabhängigkeit erheben. Napoleon ließ sie auf die Galeeren. bringen, so wichtig schien es ihm, dieses Aufruhrgeschrei in Deutschland, das, ein Wi-derhall des spanischen, allgemein werden konnte, in der Geburt zu ersticken" ^).

Wir stellen daneben den Ausspruch eines der größten englischen Staatsmänner undRedner, des Ministers Georg Canning. Derselbe sagte in einer Parlamentsrede überden Seidenhandelb):Ich sehe keinen triftigen Grund, der wider die Anwendung derPhilosophie> man verzeihe, daß ich mich dieses verhaßten (!) Wortes bediene aufdie gewöhnlichen Dinge im menschlichen Leben wäre. Meiner Meinung nach müssen dieseAngelegenheiten nach abstracten Principien, nur nach Zeit und Umständen modisicirt, ver-waltet werden. Es ist mir nicht unbekannt, daß es hier zu Lande eine politischeFac-tion giebt, welche alle Fortschritte in der Bildung als Rückschrittezum Jacobinismus betrachtet. Diese Faction meint, ein rechtlicher Mann könnenicht ohne verbrecherischen Zweck und ohne die Absicht, die Grundvesten der Größe seinesLandes zu untergraben, darnach streben, sein Land in der Richtwage des Fortschrittes derpolitischen Wissenschaften zu erhalten und dessen Gang nach den verschiedenen Weltum-ständen zu leiten. Ich meines Theils halte es für die Pflicht eines Staatsmanns, sowohlin den innern- als äußern Angelegenheiten den Weg einzuschlagen, der die Mitte zwischenden Extremen hält, die Macht mit der Freiheit in Einklang zu bringen,keine waglichen und übertriebenen Versuche zu unternehmen, aber ebensowenig sich der An-wendung wohl überlegterTheorieen zu widersetzen, und überhaupt alle hochherzigen undwahrhaft liberalen Ideen zum Wohle des Landes dienen zu lassen ")."

Daß bei den D eut sch en, in deren Volksthümlichkeit die ideale Richtung sostark vorherrscht >o), auch die Bedeutung der Ideen für das politische Leben, seit lehte-

7) Wir ciliren nach: Leben des kbnigl. preuß. Staatsministers Freiherrn vom und zumStein. I. 204.

8) Nergl. Heinsius, Pädagogik d. Schule S. 145. (Luch Hegel citirt dieseStelle in s. Encpklop. d. Philos.)

9) Als Pendant hierzu kann folgende Stelle aus einem Aufsatze der Deutschen Viertel-jahrsschrift 1846 Oct.Dec. S. 194 dienen:Die Regierungen sind die natürlichen Be-schützer des Bestehenden; ihnen also vor Allen liegt es ob, das Bestehende mit dem Wer-denden zu befreunden. Kläglich ist es, wenn sie feig zurückbeben vor dem Heereneuer Ideen, das in das Bereich ihrer Völker hercinbricht, statt über dieses wie überjedes andere Heer ihren siegreichen Herrscherstab zu schwingen. Nicht gleich einem Unheilverkündenden Himmelszeichen sollte sie der Stern der Zukunft erschrecken, sondern auf ihrerBahn sollte er befreundetes Licht verleihen. Der Stern, der den Weisen des Orients alswillkommener Führer diente, war ein Schreckensmal für das verblendete Auge des Herodes.Was half cs ihm, daß er wüthete in dem Blute der Neugebornen? Das Kind derZukunft entging seinem mörderischen Schwerte. Lernt, ihr Gewarnten.', Eine weiseRegierung soll dem Strome der Zeit nicht willenlos folgen; ihn rückwärts zu drän-gen vermag sie nicht; aber das vermag sie, ihn einem erwünschten Bette zuzulenken und alsmächtige Herrscherin des Stroms die Welt mit ihrem Ruhme, mit der Bewunderung ihrerweisen Lhatkraft zu erfüllen."

10) Wachs muth, Europ. Sittengesch. I. 132, 137. Fichte, Reden an die deutscheNation.