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schichte uns darüber belehrt, daß Napoleon selbst, eben weil er nicht von einer höherenIdee beseelt war, auch nicht die wahre Idee der französischen Revolution begriff, letzterenur für seinen Ehrgeiz ausbeutete und eben deshalb endlich zu Grunde ging. Er selbstsah spater ein, wie sehr er sich in Bezug aufdie Ideen getäuscht.
Der bekannte politische Schriftsteller Hr. de Pradt sagt in seiner Schrift: I'Lu-ro,,s et I'^merigue <Ian<- i'annee 18 H 1 : „Auf ungewohnter Bahn erhebt sich Napoleonunter den Sterblichen auf den höchsten Thron der Welt. Er ist der Sohn der Civilisation.
Er hat von ihr Alles empfangen. Aus allen Kräften fördert er sie; ja man möchte sagen,daß er, ungeduldig über ihren zu langsamen Flug, ihr Schwingen ansetzen will. Wunder §
der Industrie entstehen auf seinen Ruf; aber neben den Antrieb stellt er die Schranke»,er will sich die Wahl noch Vorbehalten und zeigt sogar noch Stücke der Fesseln; er, der denSimplon geebnet und die polytechnische Schule gestiftet hat, will Frankreich in Kettenlegen. Die Welt verstummt vor ihm ; Alles liegt zu seinen Füßen; das Ende der Tage ;
scheint gekommen. Doch einen Augenblick Geduld und ihr werdet sehen, was die Eivi - ^
lisation vermag. Er wollte sie für sich allein; sie aber, die keines Einzelnen Sklavin !
ist, trennte sich von ihm. Stolz und frei geht die Edle zu seinen Feinden über — ein bei-nahe erstorbenes Volksgefühl erwacht in den Herzen der Nationen, welche Napoleon seinemReiche einverleibt hat. Unterstützt von allen Mitteln der Civilisation, stürzt sich ein fürch-terlicher Angriff auf ihn; er fällt, und fallend bekennt er, daß nicht die Coalition ihn ent-thront habe, sondern die freisinnigen Ideen des Jahrhunderts"^).
Auch der Graf von Se'gur erkennt in seiner „Geschichte Napoleon's und der großenArmee im Jahr 1812 " es unumwunden an, daß es eigentlich der ideale Aufschwung,die Begeisterung für die Idee des Rechts und Vaterlandes, namentlich der preußischenJugend war, welche zuerst Napoleon's Macht untergrub. „Der preußischen Jugend ent-sprüheten Funken des unversöhnlichsten und unbändigsten Hasses. Aus ihrer Mitte erhobsich eine furchtbare Macht wider Napoleon. Aus Allem, was durch seinen Sieg ge-
5) So wiederholt z. B. der bekannte F. Schöll in s. „Entwurf eines histor. Gemäl-des u. s. w. übersetzt von Cottel", das „Emigrantengewäsche, als hätte die Philosophie diefranzbs. Revolution hervorgerufen" (wie ein Recensent in d. Leipz. Lit.-Aeit. 1826 Nr. 314.S. 2510 sich ausdrückt). Der General v. Funk gab vor 20 Jahren rin Werk unter demTitel heraus: „Geschichte der Staatsveränderung in Frankreich, oder (sic!) Entstehung,Fortschritt und Wirkung der sog. neuen Philosophie"!! Des Restaurators Hallerund des Berlin. Polit. Wochenblatts Haß gegen alle „Ideologie" ist bekanntlich nicht ge-ringer als der Napoleonische.
6) Hierzu gehört noch eine andere Stelle, die sich im 7. Theile des Memorials vonSt. Helena befindet; vergl. die 1827 erschienene Schrift: Georg Canning, S. «9: „Mansagt, England sei Alles feil; warum verkauft es den freiheitshungrigen Völkern nicht die er-sehnte Freiheit? Man würde solche den Briten gut bezahlen und dieser Handel würdeEngland nicht zum Bankerott führen. Was würden die armen Spanier nicht dafür zahlen,wenn England sie von ihrem jüngsten Joche erlöset«? Ich weiß dies um so sicherer, da ichin Spanien den Trieb nach Freiheit aufgeregt habe, und fände sich Großbritannien zur Un-terstützung bereit, so hätte meine Unvorsichtigkeit doch etwas Gutes gestiftet- In HinsichtItaliens habe ich dort Ideen volksthümiich gemacht, welche bereits gähren und nicht wie-der ausgerottet werden können. England kann nicht gescheidter handeln, als wenn es demStreben der Völker, künftig weniger unterjocht zu sein, die freundliche Hand der Unterstützunganbietet! Auch werden früher oder später die Völker ihre Wünsche erreichen. Vergeblichstreben einige Souveräne mit den alten Aristokratieen diesem Trachten der Nationen ent-gegen. Roch halten sie den über sich schwebenden Felsen des Sisvphus mit müder Hand;aber wenn einige Arme nachgelassen haben, oder irgend Einer den Felsen nicht festgepackthält, wird der Felsen solche zermalmen. Wäre es nicht besser, sich mit diesem Jeitgeistefreundlich zu verständigen, was auch mein Entwurf war? Warum sollte England nicht inmeine Fußrapfen treten und die von mir gesäeten Früchte ärnten? In England dauert wieallenthalben jede Wcltbegebenheit nur eine kurze Zeir, so des Lord Castlereagh Ministerium,und gewiß wird sein Nachfolger und Erbe vieler Fehler seines Verfahrens einen großen Na-men erlangen, wenn er nur Castlereagh's Fehler vermeidet, die Sachen gehen läßt und mitdem Winde segelt. Er muß sich an die Spitze der liberalen Ideen stellen und sich zukeinem Werkzeuge des Absolutismus gebrauchen lassen. Dann segnet ihn die ganze Welt undalles alte Unrecht, was früher die Briten dem Continente zufügten, wird vergessen werden."