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Ideen.
kann, warf sich dagegen entschiedener aus die materielle Production, und dieses mit destogrößerem Eifer, da gerade auf dem Gebiete der materiellen Cultur höchst bedeutsame Er-findungen und Entdeckungen mit überraschend augenfälligen Erfolgen das Interesseauf sich wendeten. Allein darin liegt noch keineswegs ein Sieg der Materie über den Geist,weil die fortschreitende materielle Production selbst eine Unterwerfung der Körperwelt un-ter den Menschengeist, weil sie eine Offenbarung desselben in der Materie ist. Darum istdie allerdings richtige Behauptung von einem Uebergewichte der materiellen Interessen dochimmer nur so zu verstehen, daß jetzt diewachsende n geistigen Kräfte gerade auf dem Ge-biete der materiellen Cultur in vorzugsweiser Thatigkeit begriffen sind. Und hiernach fin-den wir denn, daß in dieser als materialistisch bezeichnetsn Zeit dennoch ein höherer Werthals je zuvor aus die geistige Bildung gelegt wird, und daß selbst größere materielleOpfer dafür gebracht werden; ja daß dieses namentlich in vorzugsweise industriellenStaaten geschieht, weil die höhere Ausbildung der Industrie doch selbst nur ein Symptomder in bestimmter Richtung erfolgten höheren Ausbildung geistiger Kräfte ist. Ein solcherindustrieller Staat, um hier ein besonderes Beispiel anzuführen, ist der CantonZürich. Er ist zugleich als Demokratie ein Staat, worin sich das Volksleben reiner aussich selbst entwickelt, ohne mit demselben Grade von Passivität, wie in Monarchien,durch wenige individuelle Potenzen sein Gepräge zu empfangen. In diesem Cantone hatteder Staatsaufwand im Interesse der Volkserziehung im Jahre 1804 nicht mehr als etwasüber 26,000 Sch. Franken betragen und ist bis zum Jahre 1837, besonders seit Demo- ^kratisi'rung der Verfassung seit 1830, bis auf mehr als 232,000 Sch. Franken, also etwa !um das Neunfache gestiegen. Wohl dürfte sich kaum ein anderer Staat in Europaderselben verhältnißmäßigen Leistungen zum Zwecke einer allgemein höheren Volks-bildung rühmen. Indessen gilt Aehnliches auch von den anderen industriellen Ean-tonen der Schweiz. Es gilt überdies —- weil in jedem Staate der allgemeine Charakterder Zeit zur Erscheinung kommt — von den Monarchieen unseres Welttheils, wenn auchhier nach anderen Richtungen hin, namentlich zur Verwirklichung der Ideen monarchi-schen Glanzes und monarchischer Macht, womit besonders der so beträchtliche Aufwandfür stehende Heere in Verbindung steht, ein verhältnismäßig größerer Theil der Staats-kräfte in Anspruch genommen ist.
In der Verfolgung seiner materiellen Interessen hat es der Einzelne, wenigstens inder Regel, nur für sich und etwa für seine Familie auf Erwerb und Genuß abgesehen.Diese Sonderinteressen sind, wie schon hervorgehoben wurde, nicht an sich egoistisch.
Sie können jedoch die Selbst -Sucht erzeugen und groß ziehen, weil man sich endlich mitder Gewohnheit, in materiellem Besitze oder Genüsse eine ausschließende Befriedigung zusuchen, in solchen Particularismus hineingrabt, daß man seiner Thatigkeit kein« andereRichtung mehr zu geben vermag, selbst wenn man anerkennen muß, daß sie sich mit all-gemeineren Ideen und Interessen inWiderspruch setzt. Somagmannun allerdings behaup-ten, daß die vorherrschende materielle Richtung unserer Zeit dem Egoismus Vorschub thut,und daß damit namentlich die hier und da, besonders in Frankreich, sichtbar gewordenepolitische Corruption in Verbindung steht. Allein weil auch dieser Egoismus, wie allesAndere, erstwird, eheerist; weil er längere Zeit braucht, um sich unauflöslich zu ver-härten , werden doch stets die Völker in jeder neuen Generation, in ihrerIugen d, einElement haben, welches fähig bleibt, von allgemeineren Ideen und Interessen rein umihrer selbst willen sich durchwärmen zu lassen. Wohl kann die Selbstsucht mehr oder min-der auch das jüngere Geschlecht mit ihrer Ansteckung ergreifen. Aber sie wird nicht dasVolksleben bis in die Quelle, woraus es sich immer von Neuem verjüngt, zu vergiftenvermögen; und wenn man gleich hier und da, mit Beziehung auf einzeln e Völker undein zelne Perioden der Völkerqeschichte, eine solche Behauptung ausgesprochen hat, soist sie doch nie in diesem vollen Umfange gegründet gewesen. Namentlich wird sich dasjüngere Geschlecht stets wieder durch politische Ideen und Interessen zu reinerer Begei-sterung anregsn lassen, sobald nur überhaupt im Volksleben die politischen Tendenzenwieder entschiedener und allgemeiner sich geltend machen. Daß dieses aber geschehenmüsse, dafür bürgt selbst der raschere Fortschritt der materiellen Cultur, der die