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Ideen.
welche die Idee desselben ins Bewußtsein treten läßt. Man hat den Staat als die einemhöchsten Willen unterworfene Menschenkcaft bezeichnet, die sich irgend einen Theil derErdoberfläche mit einer gewissen Ausschließlichkeit verbunden, sich denselben angeeig-net hat. Nach dieser Auffassung müßte man behaupten, wie dieses die Doctrin desBerliner politischen Wochenblattes that, daß die Idee des Staates schon durch ein einzigesIndividuum, etwa durch einen Robinson und seine Insel, verwirklicht werden könne.Allein dieses gilt nur in dem Sinne, wie man etwa den menschlichen Embryo mit demschon selbstständig ausgebildeten Menschen oder den im Boden ruhenden Keim einerPflanze mit der entfalteten Pflanze zwar in mancher Beziehung gleichstellen, aber zugleich! in anderer Beziehung unterscheiden muß. Gerade dieser Unterschied wird in derherrschenden Vorstellungsweise festgehalten, und darum fließt in die Idee des Staates nochder Gedanke an die Vereinigung einer Mehrheit von Individuen ein, welche, nachden beiden Geschlechtern getrennt, durch ihre Vereinigung eine Folge von Generationen, und hiernach dem Staate eine Existenz über das gewöhnliche Menschenalter hinaus ver-heißen. Selbst diese weitere Vorstellung unterscheidet aber noch nicht den Staat von derFamilie, und da er sich in der gewöhnlichen Erfahrung auch als eine Verbindung mehrererFamilien darstellt, so geht dieses gleichfalls in die Vorstellung über, indem nun auchnoch sein Unterschied von der Familie darin ausgenommen wird. Aus dem Gedanken an einesolche Vereinigung und an ein fortgesetztes Leben in dieser Vereinigung entspringtunmittelbar die Idee eines Verhältnisses der Glieder zu einem lebendigen Ganzen, oderdie des Organismus des Staates. Die Idee eines lebendigen Organis-mus enthält zugleich den Gedanken an eine durch die Natur des Ganzen und seiner Theilezu bestimmende Richtung der Lebensthätigkeit, von welcher die Erhaltung und Ent-wickelung des Organismus abhängt. Damit ist die Idee der Gerechtigkeit erzeugt,die sich selbst wieder entfaltet als die Idee einer bürgerlichen, politischen (staats-bürgerlichen) und internationalen Gerechtigkeit, insofern vorzugsweise die? Richtung der einzelnen Glieder in ihrem Verhältnisse unter sich, oder die Wechselbezie-hung der Glieder und des Ganzen, oder die eines Staatsganzen zu anderen Staaten insAuge gefaßt wird. In ihrer zeitlichen Verwirklichung erscheint sie hiernach als positivesCivilrecht, als öffentliches Recht und als Völkerrecht. Dieselbe Idee der Gerechtigkeitoffenbart sich, von ihrer positiven oder negativen Seite aufgesaßt, als Idee der politischenEinheit oder Freiheit. Der Gedanke der Einheit weist nehmlich nur auf dasVerbundensein und darum auch auf ein Gebunden sein der Staatsglieder hin, wah-rend der Gedanke der Freiheit nur das Nichtgebundensein hervorhebt und in derIdee der Gerechtigkeit die freie Bewegung und die Verbindung vermittelt werden sollen.In demselben Sinne aber, wie diese Idee der Gerechtigkeit in den bezeichneten drei Mo-menten sich darstellt, entfaltet sich auch die Idee der Freiheit als eine bürgerliche, staats-bürgerliche und staatliche. Die letztere ist so viel als politische Unabhängigkeit vonanderen Staaten, welche jedoch gleichfalls, bei der nothwendigen Verbindung und Wech-selwirkung der Staaten und der stets nur bedingt geltenden Ausschließlichkeit jedeseinzelnen Staates, in keine politische Ungebundenheit ausarten soll. Als eineSphäre lebendiger Wirksamkeit mag man übrigens den Staat mit einer Kugel vergleichen,wo man sich nach tausend Punkten der Oberfläche von demselben Mittelpunkte aushinwenden kann. Und so erhalten denn auch die politischen Ideen, je nach ihrem Aus-gangspunkte, verschiedene Namen, lassen sich jedoch als wesentlich identisch mit den) schon bezeichneten Ideen oder als ihnen inhärirend Nachweisen, wie die Ideen der Souve-I ränetät, des politischen Gleichgewichts der Staatsgewalten, des politischen Gleichgewichtsder Staaten u. s. w.
Will man es nun versuchen, sich die Genesis der politischen Ideen nicht blos im All-gemeinen , sondern nach ihrer nothwendigen Besonderheit und Mannigfaltigkeit anschau-lich zu machen, so tritt uns zunächst ein beständiger Zusammenhang und die fortwährendeWechselwirkung zwischen den Thatsachen und Ideen des politischen Lebens vor Augen.Alles im Staate ist auch bildend am Staate, wenn sich gleich die Staatsgenossenselbst nur des allerklejnsten Theiles ihrer erhaltenden wie ihrer zerstörenden politischen