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7 (1847) [Hex - Jus]
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Hansa.

die deutsche Industrie einen geregelten und gesicherten Abfluß auch in die transatlantischenColonieen fand, so war's durch die Verbindung der Hansestädte mit den auswärtigen See-häfen, die den Colonialverkehr vermittelten, durch die Aufmunterung, welche der binnen-ländische Fabrikant durch die Vorschüsse des Kaufmanns, durch diegemeinschaftliche Unter-nehmung, oder durch die sichere Verwerthung der Gewerbserzeugnisse, ohne eigenes Riflcofand. In die Verbindung mit dem eröffneten Markt der Freistaaten Nordamerikas sinddie Hansestädte augenblicklich und mit großem Eifer eingetreten: in den zehn Jahren 1790bis 1800 hat die Tonnenzahl hansischer Schiffe im nordamerikanischen Verkehr sich mehrals verfünffacht.

Gewiß, weder diese noch andere Ergebnisse konnten Deutschland für die Verwahr-losung seiner materiellen Interessen entschädigen. Aber wie hätte es werden sollen, wennnicht wenigstens noch diese drei Städte durch ihr eigenes wohlverstandenes Interesse ange-spornt gewesen wären, den deutschen Seehandel nach Kräften zu vertreten? Nichts könnteverkehrter sein, als wenn sie einen Dank dafür hätten begehren wollen. Aber doch warauch Das nicht in der Ordnung, daß man einerseits von ihnen begehrte, sie sollten sich zuWeltmärkten Deutschlands gestalten, und andrerseits ihnen einen Vorwurf daraus machte,wenn sie diese ihre Bestimmung erkannten und nach bester Einsicht ihr zu entsprechen be-müht waren. Darüber kann heute wohl kein Zweifel sein, daß die inneren Einrichtungendes Handels, die sie in diesem Zeiträume trafen, den veränderten Umständen durchaus an-gemessen waren. Der Macht war es früher gelungen, den Verkehr an gewisse Stapelplätzezu fesseln. Jetzt galt es, den Verkehr durch die möglichste Befreiung von Lasten, die ihnanderwärts verscheuchen mochten, heranzuziehen. Mit einem Wort: auf den Zwischen -Handel und dessen Gedeihen war die veränderte Handelspolitik der Hansestädte, undHamburgs vor allen, in immer bestimmterem Bewußtsein berechnet, je mehr ihre Jsoli-rung, nicht durch eigene Wahl, sich vollzog. Wie hätte es anders sein können, als daß dieStädte ihre Handelspolitik befolgten, da das Reich keine hatte und ihnen freie Handließ, das heißt ihr Thun und Treiben so gänzlich ignorirte, daß sie eben so wenig Schutzoder Trost als Einrede oder Weisung zu erwarten hatten?

Daß aber in Deutschland unter solchen Umständen den Fremden so ziemlich Alles ein-geraumtwar, was sie begehrten, während den Deutschen auf fremden Märkten eben dieBehandlung zu Theil ward, die man ihnen gönnte, das haben die Hansestädte selbst amSchmerzlichsten empfunden, dafür mag man wieder und wieder den Stumpfsinn der Für-stenhöfe verantwortlich machen, der es früher kaum inne geworden war, daß auch Deutsch-land eine Seemacht besessen, und es jetzt kaum inne ward (welche Ausnahme bildet derganz einzige Fall des großen Kurfürsten!), daß Deutschland sie eingebüßt. Hat man dieHansestädte aber zu Herolden der allgemeinen Handelsfreiheit gemacht, so kam ihnen wederdas Lob noch der Tadel zu, der darin liegen mag, denn die Behauptung ist unerfindlich.Ihre Traditionen aus den Zeiten der Macht lagen den Theorieen der Handelsfreiheit so fernals möglich; ihr System war lediglich auf den Zwischenhandel berechnet; sie selbst habenweder es verschuldet, noch konnten sie dadurch sich bereichern, daß die deutsche Nation, zumerklichem Abbruch ihres Wohlstandes, auf alle und jede Einheit und Selbstständigkeiteiner Handelspolitik verzichtete. Mit der Theorie haben überall die Städte sich nicht be-faßt; und ob diejenigen ihrer Bürger, die ausnahmsweise sich damit beschäftigten, sichfür die Ideen von Adam Smith enthusiasmirten, darüber können die Schriften vonJohann Georg Büsch einem Jeden Zeugniß geben, der sie Nachlesen will.

Die schwächste Partie des neuen Systems war in diesem Zeitraum ohne Frage dieauswärtige Politik der drei Städte: es war recht eigentlich diePolitik derSchwäche.Wo man einst befehlen gekonnt oder doch mit vollem Selbstgefühl auftreten, da sollteman nun bitten und mit klugen Reden darthun, daß die Fremden in ihrem eignenInteresse nicht besser thun könnten, als auch uns eine Gunst zuwenden; und wenndies Argument Nichts verschlagen wollte, so mußte manmoros muncki observiren" und,unähnlich dem groben Geschütz früherer Zeiten, mit silbernen Kugeln schießen.

Eine der merkwürdigsten Sendungen war die des Lübeckischen Syndikus MartinBöckel nach London, im Jahr 1661, als die Restauration die Cromwell'sche Schiff-