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7 (1847) [Hex - Jus]
Entstehung
Seite
341
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Hansa. 341

zeugt man sich, daß Spanien an Schiffen und Capital Mangel litt und daß es zugleicheine Kriegsflotte so wohlfeil als möglich (nehmlich 24 Kriegsschiffe von 67000 TonnenGehalt auf Kosten der Niederländer und Deutschen) sich verschaffen wollte. Dazu nochfürchteten die Hansen die unausbleibliche Zerwürfniß mit den skandinavischen Nachbarn,die Einmischung des Kaisers in ihren Handel und in ihr ganzes Wesen, sie fürchteten diekatholische Schutzherrschaft Spaniens und sahen (wer mag es ihnen groß verdenken?)im Gefolge des ^llmiroutssg» die Inquisition. So ist es denn beim Project ge-blieben : das heißt (wie wir aus Mittendorp wissen) man verehrte dem Grafen Schwar-zenberg 4000 Thlr., dem Dr. Wenzel 2000 Thlr. und nahm den Antrag sck reieren-<Ium. Man tröstete sich um so eher, als der König von Dänemark den Städten aufge-fangene Briefe des Kaisers zusandte, worin dieser dem General Tilly auftrug, sich Lübecks,Hamburgs, Bremens, Stade's u. s. w. zu versichern.

IV. Die Ueberlebenden*): 16481810. Nach dem westphälischen Friedensind mehrmals (zuletztnoch 1669) vergebliche Versuche gemacht, einen Hansatag in der altenWeise, oder doch in dem Umfange, wie er zu Anfang des 17. Jahrhunderts bestand, zu ver-sammeln. Ein widriges Geschick hatte die Einen unter irgend eine nahe Fürstenmacht gebeugt,den Anderen den Muth der Regsamkeit und den Glauben an eine Zukunft genommen. Lü-beck, Bremen und Hamburg erhielten durch den gemeinsamen Namen mehr als durch ein-müthiges Streben den Namen des Bundes; Danzig hielt auch den Namen fest, stand aberfern, und «ine Art von Selbstgespräch, das wir bei Mittendorp antreffen, zeigt, daß man inDanzig selbst im Zweifel war, ob es der Mühe lohne, den .Namen noch ferner zu führen.Die Zweifelsgründe sind hergenommen von den schweren Kosten (wirklich wollte Danzigauch nicht einmal zur Wiedererlangung des Stahlhofs Etwas beitragen) und -dem verän-derten Lauf der Handelswelt, bei welchem die hansischen Comtoire nicht mehr wie ehedemnothwendig seien. Es ist wahr, die Entscheidungsgründe überwiegen für das Verharrenim Bunde; nehmlich die Möglichkeit einer gegenseitigen Vertheidigung; ferner, durchdas Austretenwürden wir das Gesandtschaftsrecht, mit welchem Danzig zu der KronePolen getreten, einbüßen und uns und unsere Posterität in ewige Dienstbarkeit stürzen";endlich die herrlichen schönen Häuser gehören einmal dem Bunde der Stahlhof,und das pulatiuin zu Antorf, undobwohl bei gegenwärtigen Läufften kein Nutz dabei zugewarten, so kann doch Alles durch Gottes gnädige. Verleihung zu besserem Stande ge-bracht werden."

Es war kein Geringerer als Leibnitz (dessen staatsmännischer und vaterländischerSinn erst durch Guhrauer's Sammlung seiner deutschen Schriften zur Anerkennung ge-langt ist), der 1670, natürlich ganz vergebens, den Rath ertheilte, die Commercien durchRestabilirung der Hansestädte wieder aufzurichten. War aber die vollendete Gleichgültig-keit des Reiches einmal entschieden, ließ Kaiser Karl VI. seinen Unterthanen den Handelnach beiden Indien durch England und Holland förmlich verbieten, war an deutschen Für-stenhöfen kaum irgendwo eine gesunde Idee der Handelspolitik aufzuspüren, so ist's einGlück für Deutschland zu nennen, daß wenigstens die drei Städte ihre Unabhängigkeit be-wahrten. Hier vereinigten sich die Geldkräfte mit der Geschäftskunde, das günstigeVorurtheil der auswärtigen Geschäftsfreunde mit der einheimischen Strebsamkeit, dieweise Erfahrung und Umsicht mit der gewandten Benutzung der Zeitumstände. Wenn

*) Dieser Zeitraum ist, so wenig als der folgende, bis jetzt als Ganzes selbstständig be-arbeitet. Vieles Material findet sich in den Schriften von Joh. G eo. B üsch. zerstreut.Für andere Partieen darf der Vers, vielleicht auf ein paar Gelegenheitsschriften verweisen:Von der Neutralität des deutschen Seehandels in Kriegszeiten (1841)" undBeiträge zurGeschichte der Hansestädte von 18061815 aus den (ungedruckten) Papieren von Carl vonVillers (1845)", sowie auf den ersten Abschnitt des bekannten CommissionsberichtsdieAufgabe der Hansestädte" u- s- w. (Hamburg, 1847, Perthes, Besser u. Mauke). Der (viel-fach angefochtene, nicht widerlegte) Gesichtspunkt der letzteren Schrift ist auch unten im 5.Abschnitt festgehalten, und der Vers, wünscht den gegenwärtigen Artikel als Einleitung zujener (im Vereine mit andern Hamburgischen Burgern unternommenen) Arbeit betracht«zu sehen.