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men engere Einungen zu Stande. So 1614 zwischen Lübeck, Bremen, Hamburg, Lüne-burg, Magdeburg, Braunschweig, und 1630 auf zehn Jahre zwischen den drei erstgenann-ten Stadien, worin man ganz irriger Weise eine förmliche Auslösung des größeren Bünd-nisses und eine absichtliche Beschränkung auf diesen engsten Kreis der Ueberlebenden, alsodie selbstbewußte Anticipirung eines erst viel später factisch gewordenen Verhältnisses haterblicken wollen.
Nun aber mag man auch inne werden, was selbst noch der Schatten eines großenNamens bedeutet. Im dreißigjährigen Kriege war keine Macht, die nicht um das Bünd-niß der Hansa sich beworben hätte. Gustav Adolph hat es (1612) gesucht, und ward ab-gewiesen, weil man ein „ungleiches Bündniß" nicht wollte. Dänemark unterhandelte noch1621 vergebens. Frankreich warb 1625 auf dem Hansatag zu Bergedorf, konnte aber„wegen mangelnder Instruction" nur einen ausweichenden Bescheid erhalten. Am aller-wichtigsten aber ist die Werbung des kaiserlichen Gesandten, zugleich im Namen vonSpanien, auf dem Lübecker Tag von 1627. Spanien bedurfte einer befreundeten Han-delsmarine, um sein Colonialgeschäft zu treiben, und einer befreundeten Seemacht, umden Niederländern zu begegnen. Dazu stimmte Wallenstein's Gedanke, durch eine kai-serliche Seemacht zunächst die Ostseeherrschaft zu gewinnen und zugleich die Kaiser-krone mit einem neuen Glanz zu umgeben, um desto sicherer die widerstrebende Landesho-heit der Fürsten in ibre Schranken zurückzuweisen. Nicht aus Muthwillen hat er Stral-sund geängstet, nicht zum Spiel von Wismar Schiffe verlangt, nicht aus Titelsucht sich„General und Admiral des baltischen und oceanischen Meeres" genannt.
Graf Schwarzenberg und der Hofmarschall Oc. Wenzel mußten am 8. Nov. 1627in Lübeck den hansischen Dialekt reden. An „den ehrsamen Rath und andere Mitgliederdieser löblichen Stadt Lübeck als das Haupt dieses uralten Hansebundes"war das Kaiserwort gerichtet. Das Universalwesen des h. röm. Reiches und die ehr-barendeutschen Hansestädte haben merklich gelitten, die freie Schifffahrt ist ihnenvon fremden Potentaten gesperkt, nicht ohne sonderbaren Hohn und Spott deutscher Na-tion ist ihnen von ausländischen monopolischen Gesellschaften und in anderm Wege dasBrod gleichsam vor der Faust abgeschnitten. Der Kaiser habe sich angelegen sein lasten,den Städten wiederum auf die Beine, der Nation zu ihrer vorigen Reputation und Ho-heit zu verhelfen. Nicht unter fremdem, sondern unter seinem, ihres von Gott erwähltenKaisers Schutz werde ihnen demnach eine höchst nutzbare Societät angetragen. Spanienhabe seit geraumer Zeit sich zu solcher Conjunctur bereit erklärt, daß alle msrcos und cow-mercis, so in und aus den hispanischen Königreichen und Landen geführt und getriebenwerden, zwischen des Reiches deutscher Nation und den königlich hispanischen Unterthanenallein verbleiben. Dem Kaiser sei dieser Vorschlag prima fronte bedenklich vorgekommen,Sachverständige aber haben ihm nachgewiesen, daß solche unmittelbare Einführung derhispanischen und indi schen Waaren in Deutschland nicht allein den Hansestädten, son-dern allen deutschen Landen zum Vortheil, ja zur Erquickung für die Einbußen des leidi-gen Krieges gereichen würde. Der Kaiser habe bei Lübeck insbesondere eine so rechtedeutsche Aufrichtigkeit und Treue allezeit erfahren, daß er nicht zweifle, Lübeckwerde mit den verwandten Städten den Vorschlag restlichst prüfen, damit er, nachdem erzwischen dem Kaiser und dem König von Spanien allbereits vereinbart, mit Rath undZuthun der Hansestädte öffentlich könne ins Werk gesetzt werden.
Also die angestammte Eifersucht der Spanier war bereit, das Monopol des ganzenColonialhandels mit den Städten zu theilen. Die Städte fürchteten „die Spanier,auch wenn sie schenkten." Wenn man die unendlichen Plackereien kennt, welchen seit zweiJahrzehenten der hansische Verkehr in Spanien und Portugal unterlag, die Anmaßungenund Geldschneidereien der spanischen Consuln in den Hansestädten sein gewisser de Roynamentlich heißt in den Verhandlungen nur der „Erbfeind der Hansestädte"), so muß mangestehen, es war dies eine seltsame Einleitung zu so großer Güte und Gnade. Kennt manferner die Entwürfe einer Seehandelscompagnie (eines ^Imiroutssg») der „gehorsa-men" niederländischen und niederdeutschen Nation, welche von Spanien aus nach denHansestädten seit 1624 (wie das Hamburgische Archiv lehrt) verbreitet waren, so über-