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ben die Stahlhofsbeamten: „hierauf feind wir mit Betrübniß unseres Gemüths der Older-mann voran und wir Anderen hecnacher aus der Pforte gegangen, und ist die Pforte nachuns zugeschloffen, haben auch die Nacht nicht drin wohnen mögen. Gott erbarm' es!"Der Stahlhof ist wohl wieder zurückgegeben, aber die alten Privilegien in England waren da-hin, zu einem zeitgemäßen Vertrag ist es nicht gekommen, die Engländer erschienen wieder imReich, als ob Nichts vorgefallen wäre. Da man sie anderwärts duldete, warum hätte mansie in Hamburg zurückweisen sollen ? Im Jahre 1611 nahmen sie daselbst unter con-tractlich festgestellten Bedingungen ihre Residenz; im Jahr 1618 erzwangen sie eine An-, leihe durch die Drohung, die Stadt wieder zu verlassen! Und nun denke man sich doch
? nicht etwa England bereits als eine Seemacht ersten Ranges. Elisabeth hatte zur Ergän-
zung ihrer Kriegsmarine fortwährend fremde Kriegsschiffe gemiethet, vor Cadix waren1595 holländische, Lübische, Danziger Schiffe beschäftigt; in ihrer Handelsmarine warennur 4 Schiffe, welche den Gehalt von 400 Tonnen erreichten. Sir Walter Raleighj versichert unter Jacob I.: wir haben nur 100 Schiffe in der Ostsee, die Holländer haben
' 2000. Selbst in den britischen Gewässern ward die Fischerei zum Theil durch fremde
j Fahrzeuge betrieben. Den Hansestädten aber stellte JohnWheeler 1601 das Progno-
stikon: die meisten ihrer Zähne sind ausgefallen, die übrigen sitzen nur noch lose.
Er hatte nur allzu sehr Recht. Ein ostensibles Verzeichniß nennt 1603 zwar noch58 Hansestädte; wir wissen aber *-, daß um dieselbe Zeit nur 14 mit Sitz und Stimmeund mit Matricular-Zahlungen beim Bunde sich noch betheiligten. KaiserRudolph II. erschreckte die Städte 1606 durch das urplötzliche Begehren, ihre Privilegienund Statuten einzusehen. Die Folgen der Gesuche an Kaiser und Reich in der englischenSache blieben nicht aus; Geldfocderungen zum ungarischen Kriege, und nun diese ersteRegung des schlummernden Oberaufsichtsrechtes, dem man indessen, wie jenen Anforde-rungen, auszuweichen wußte. Wohl schwebte für die Städte ein Unheil in der Luft, aberes kam nicht vom Kaiser, es kam von der Fürstengewalt. Der Feldhauptmann derStädte, Graf Solms, rieth 1617 zur Wehrhaftigkeit, „weil man allenthalben dem Stadt-wesen feind, demselben von den potentioribus stark zugesetzt und gleichsam als eine Eul'
^ unter den Vögeln gehaßt werdet
Was war nun unter solchen Umständen die richtige Politik der Hansestädte? EinBündniß mit den oberdeutschen Reichsstädten war öfters, schon seit 1566, zwischen Augs-i bürg und Lübeck vorläufig besprochen; 1606 schien Alles zur Ratification fertig ; es istaber Nichts daraus geworden. Das wäre nun der einzige Weg gewesen, den deutschenHandel und die deutsche Industrie als ein Ganzes zu organisiren und das freie Bürger-! thum, den Träger dieser Interessen, gegen fürstliche Gelüste zu schützen. Dann kam einBündniß mit den Generalstaaten an die Reihe. Politisch war's auch ein unverwerflicher Ge-danke ; bald lag ein Jahrhundert zwischen den schweren Irrungen mit den Niederländern;
! das republikanische Niederland war jetzt auch, wie die Hansestädte, eine gedrückte und stcei-
. tende Gemeinde. Kaiser Matthias (1612) hatte gut abmahnen, das Bündniß ward doch
> geschlossen, aber freilich erst, nachdem eine Gesandtschaft in Spanien (1606) sich über-^ zeugt hatte, daß mit diesem Lande Nichts zu machen sei. So erschien das holländischeBündniß (October 1615) gewissermaßen als ein pis - »Iler. Die Generalstaaten habender Stadt Braunschweig sofort treuliche Assistenz geleistet, ohne sich doch, wenn sie ihrer-seits Beistand suchten, einer namhaften Gegenleistung zu erfreuen. Der dreißigjährigeKrieg brachte gar schwere Prüfungen für die meisten Städte. Die Sympathieen fürl Stralsunds heldenmäßige Vertheidigung erstreckte sich nicht weiter als auf ein Darlehenvon 15,000 Thaler. Es war eine Zeit, wo die Meisten darauf angewiesen waren, sich zuducken, um den Sturm über ihre Häupter hinbrausen zu lassen. Nur vorübergehend ka-
*) Das Verzeichniß der Matricularbeiträge, woraus die verhältnismäßige Bedeutungder Städte erhellt, sowie mehrere Notizen im Text entnehmen wir einem Auszugs hansischerReccsse von dem Danziger Rathssecretair Wessel Mittendokp (Handschrift der Ham-burgischen Commerzbibliothek, vom Jahr 1673). Lübeck war angesetzt zu 100 Thlr-, Kblnebenso, Bremen 6Ü, Hamburg 80, Rostock 60, Stralsund 50, Wismar 26, Braunschweig 60,Danzig 80, Lüneburg 60, Stettin 40, Magdeburg 60, Greifswald 26, Hildesheim 30 Thlr.
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