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7 (1847) [Hex - Jus]
Entstehung
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Hansa. 333

jetzt die Möglichkeit gegeben, von den nordischen Königen für Lübeck zu erlangen, wasman wollte.

Gustav Wasa gab auch wirklich den Lübeckern und ihren Bundesgenossen zumDank für ihre Hilfe (denn Silber und Gold hatte er nicht) höchst wichtige Privilegien,das wichtigste dies: daß ausländische Nationen von der Fahrt durch den Sund oder Beltausgeschlossen sein sollten. Au ewigen Tagen, lautete die Verheißung, und nach wenigenJahren war der Schwedenkönig schon ernstlich bemüht, sein Volk von dem Monopol wie-der zu befreien: durch ein großartiges Canalwerk hoffte er eine Verbindung mit der West-see, unter Vermeidung der Meerengen, herzustellen.

Noch wichtiger war es, von Dänemark eine der schwedischen entsprechende Zusageauszuwirken. Friedrich I. hatte sich bei seiner Thronbesteigung auf Nichts eingelassen alsauf eine allgemeine Bestätigung der alten Freibriefe. Acht Jahre später suchte erLübecks Beistand gegen den entthronten Christiern, der (wie man glaubte, mit Zustim-mung seines Schwagers Karl V.) seine Krone zurückerobern wollte. Eine Lübecker Ge-sandtschaft, deren Seele Wullenweber, verlangte (1532) in Kopenhagen die Ein-willigung Dänemarks zu einer Schifffahrtsacte, nach welcher die Holländer so wenig alsdie östlichen Städte mit Stapelgütern sollten durch den Sund fahren dürfen. Den Preu-ßen sollte »erstattet sein, Stapelgüter, ihnen eigen zugehörend, gegen Certificatenach England zu bringen; die Schotten, Engländer und Franzosen sollten gleichfallsMaaren, die ihnen selbst zugehören, gegen Certificate, nicht aber Stapelgütec um Frachtführen dürfen. Man sieht, hier ist eine vollständige Schiffsahrtsacte, das Vorbild derum 128 Jahre jüngeren englischen: die Stapelgüter entsprechen den emimerstecl ar-ticles, der eigene Besitz der Waaren der direkten Ausfuhr aus dem Erzeugungslande. Unddas war nur eine Erneuerung der Vorschriften, die von gemeinen Hansestädten vor Altersschon beliebt gewesen. Auch Cromwell würde mit derselben Verachtung wie Wullen-weber die Vermuthung zurückgewiesen haben, als handle es sich lediglich um den Gewinnder Frachtsahrk, den man andern Schiffen nicht gönnen wollte. Denn es galt der Ueber-wachung und Leitung des gesummten Verkehrs, der Aufrechthaltung der Herrschaft inden Colonieen, überhaupt der Seeherrschaft.

Die dänischen Reichscäthe haben ganz Recht, wenn sie einwenden, es würde demReich nicht allein nachtheilig, sondern schimpflich sein, dareinzu willigen. Oderhätte man nicht aufs Neue den Sund einer fremden Gewalt unterworfen ? Hätte mannicht (um an die unabweisbare Parallele zwischen dem Sund und den Dardanellen zu erin-nern) den Beistand Lübecks um den Preis eines Vertrages von Unklar Skelessi er-kauft? Ein zweiter Weigerungsgrund derDänen ist dieser: die östlichen Städte des Hansa-bundes selbst Riga, Reval, Danzig zumal und andere, würden sich solche Be-schränkungennichtgefallenlassen. Auch damit hat es seine Richtigkeit. Die östlichenStädte waren der Lübecker Colonialpolitik müde; sie sahen in den Niederländern viel eherVerbündete als Feinde.

Dänemark befolgte nun eine schlaue, aber charakterschwache Politik, ein Schaukel-system zwischen den hansischen und den niederländischen Interessen. Nach König Fried-rich's I. Tode wollten die Reichsräthe von den Versprechungen Nichts mehr wissen, sieschlossen mit Schweden ein Bündniß, weil auch Schweden mit Lübeck zerfallen war: dasist, weil beide skandinavische Völker sich emancipiren wollten.

Wullenweber dachte sie für den Treubruch zu züchtigen und durch Waffengewaltsie zum Dank für Lübecks geleistete Dienste zur Unterwürfigkeit unter Lübecks Macht zu-rückzuführen. Lübeck stand isolirt; rasch und kräftig mußte verfahren werden. Erwägtman die ganz einzigen Schwierigkeiten seiner Lage, tritt man näher hinzu, so verliert seinePolitik viel von dem Schein des Abenteuerlichen. Daß er Christiern wieder zum Königmachen wollte, ist nicht erwiesen, und avenn es wäre, so hatte Christiern eine starkePartei in Dänemark. Heinrich Vlil. von England hatte Lübecks Bündniß gesucht; sollteWullenweber die ansehnliche Subsidie zurückweisen, welche der große Theologe von Wind-sor für die Erfüllung seiner mehrfachen Wünsche anbot und wirklich auszahlte? Wenner mit der demokratischen Partei in Dänemark Verbindungen anknüpfte, war es nicht