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Moralphilosophie. .
§. 76.
Unmittelbar zeigt sich ferner die Achtung gegenGott dadurch,
i. Daß wir mit Ehrerbietung von Gott und gött-lichen Dingen-reden, und nichts denken, reden, oderthun, was die Idee von Gottes Eigenschaften in unsoder andern hcrabsetzen könnte. Dahin gehören z. B.Gotteslästerung, Vertäugnung Gottes, Spott überReligiöse Gegenstände, Meineid, leichtsinniges Schwö-ren, Anrufung der Hülfe Gottes zu unsittlichen Hand-lungen, Fluchen, Tadel und Unzufriedenheit über diesittliche Welteinrichtung. Wir sollen Gott nicht ver-suchen, indem wir verlangen, daß er uns durch Wun-der aus Gefahren rette , in die wir uns muthwilligstürzen; oder daß er um unserer Bequemlichkeit oderandrer sinnlichen Absichten willen die Ordnung der Na-tur nmkehren solle. — Äuch durch falsche Andacht,Heuchelei und Pharisäismus wird Gott entehrt, wennman nicht durch Rechtschaffenheit, sondern durch ver-meintlichen Gottesdienst, z.B. Singen, Kirchengc-hen. Gebrauche der Sakramente, Fasten u. d. gl. Gottzu gefallen sucht, und glaubt, daß er darum das Böse,welches man thut, übersehen werde,
2) Die wahre Gottesfurcht (Frömmigkeit) erfor-dert, daß wir Gottes Namen verherrlichen; Kenntnißvon Gott und Achtung gegen ihn befördern; Aber-glauben, religiöse Schwärmerei und Unglauben weg-zuraumen suchen; daß wir durch Gebet und andereAudachtsübungcn diese religiöse Gesinnungen in unsstets erhalten und beleben. Wir sollen auch religiöseEinrichtungen, z. B. Zusammenkünfte der Menschenum Gott zu verehren, befördern, und durch unser