44 Moralphilosophie.
Act suchen» daß die Vernunft nicht- dagegen einzu»wenden hätte, wen» jeder Mensch die seinige auf ebendie Weise und nach eben Len Maximen suchte. — Aberdie Beförderung der Glückseligkeit darf nicht der ersteund wichtigste Bestimmungsgrund unsrer Handlungensevn: wir müssen sie aufopfern, wenn cs die Würdeunsrer eigenen Person oder anderer Menschen erfordert.Alle unsere Handlungen müssen aus wahrer Selbst,schätzung, nicht aus cigennübiger Selbstliebe fließen.
Zu den Glücksgüteru» welche, wir zu erwerbe»und zu erhallen suche» sollen, gehören i) äussereFreiheit, die ungehinderte Macht, nach eigenerEinsicht und Uebcrlcgung zu handeln, 2) Vermö-gen, Nabrung» Kleidung, Wohnung, Geld,3) äussere Ehre, guterNaine, 4) gesellschaft-liche Verbindungen, Credit, Freundschaft, Wir-kungskreis unter den Menschen.
Nur der Tugendhafte wird diese Glückseligkeitenrecht genießen können. Er sieht sie als Mittel zu Hä-hern Zwecken an. Ausserdem hat der Besitz dieser Gü-ter an sich für den Besitzer viele angenehme Folgen.
§- 55 -
Einzelne Bemerkungen der moralischen Klugheit?-lehre, welche man bey Beförderung seines Glücks vorAugen haben muß.
i) Achtung und Ehre in der Welt ist ein wichti-ges Gut. Es ist oft Eigendünkel, wenn einer vor-giebt, daß ihm nichts daran liege, was die Leute vonihm reden. Um dich bey andern beliebt zu machen,suche wahre Vollkommenheiten zu erwerben, und zeige