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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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wenn auch als solches nicht deutlich erkannt, sich wiederumgeltend, selbst im Widerspruche mit einem gefaßten Vor-sätze. So entschieden drückt jede bleibende GeisteSstim-mung, die würdige und die unwürdige, demGesicht" einbestimmtes Gepräge auf. Soll aber die Physiognomik zu-erst auf das Angeborne gehen; so kann sie nur so weitgelten, als ein Angebilde dieser Art sich auf dem Wegeder Zeugung einfinden mag. Die Freyheit, wie dar-aus die menschliche Selbstthätigkeit entsteht, muß dannimmer zugleich und zwar als Entscheidendes in Betrach-tung kommen, wie z. B. in dem bekannten Falle, woSokrateS selbst von einem Physiognomen fürwollüstig",erklärt war*). Und wird nicht die unbedingte Macht, welcheder Psyche bey der Richtung auf das Göttliche zukommt, ,auch hier im Fortgange der Zeit (immer mehr) sich be-währen?

Wenn endlich die Schädellehre (KranoScopie) be-stimmte Vorbildungen zu dem, was den Menschen in derWirklichkeit darstellt, aufweiset; so mögen selbige wohlauch für das Verständige insofern gelten, als dieses, sei-nem Werthe nach, mit dem Sinnlichen auf Einer Liniesteht. Allein von dem Vernünftigen, wie solches dann dieindividuelste Würdigkeit bestimmt, ist jene Annahme ganzungültig. Denn hier entscheidet die Freyheit. Za eineVorherbestimmung dieser Art, in Absicht auf daö Höchsteder Menschheit, höbe den Begriff der Gottheit auf: nurein Götze mag Lieblinge und Stiefkinder haben. Sprächeman gleichwohl von der Freyheit, so wäre da leerer Schall.Und schriebe man selbst mit wissenschaftlichem Ernste, auchdem Thieremoralische (!) Freyheit" zu, wenigstenseinegewisse Art oder einen gewissen Grad derselben"; so wäre

') Was dann S. bekanntlich zugestand', war eine Illegalität, dieer durch Moralität in dem Aeußern nicht ganz gehobenhatte.